Druckschrift 
Festspiel für die Begrüßungskneipe des 50-jährigen Stiftungsfestes des Gießener Wingolf, 5. August 1902 / von Theodor Wahl
(Gi. 80-83)
Entstehung
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Gar oft mit wenig Witz und viel Behagen In's Land harmloſer Poeſie getragen. Rennſt du mich nund

Red.(freudig aufſpringend). Geiſt aller Geiſter!

Geiſt.

Sei mir gegrüßt, geliebter Hexenmeiſter!

Nie ſtellteſt du zu beſſ'rer Zeit dich ein

Laß mich dein treuer Zauberlehrling ſein!

Ich bin in tötlichſter Verlegenheit.

Man heiſcht von mir zum fünfzigjähr'gen Feſte

Tönender Verſe ſchier das allerbeſte

Doch nichts ach! nichts, was taugt, iſt mir bereit

Uein Vers, kein Witz ach! nicht der blödſte Reim!

Wie hab' ich deinem Pegaſus geſchmeichelt

Die alten Borſten vor⸗- und rückwärts ihm ge⸗ ſtreichelt

Meinſt du, das Vieh geht auf den Leim

Still, Söhnchen, ſtill und nicht zu populär!

In Stil und Formen, bitte, erſter Klaſſe!

Ich komme ſchon, zu ſtillen dein Begehr Es muß was werden von beſondrer Race, Was du beſingen willſt, du ſollſt's erleben! Iſt's auch ein Träumen nur es ſoll dir geben Die rechten Klänge für die Wirklichkeit.

Sollſt mir im Traum von der Vergangenheit Im Fluge etwas mit durchſchweben. So naht euch ſchnell, ihr luftigen Geſtalten, Und dennoch dem Gedenken ſo vertraut!

Sollt dieſem Jungen einen Vortrag halten, Mit dem er dann den Freundeskreis erbaut.

Beſchreibt Zauberkreiſe mit der Feder und geht rückwärts ſchreitend ab.]