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Steht auch der Wingolf Eurem herzen nah! Malk. Das maan eich! Wann eich nur an unſ Märercher denke! Von Euch, ihr Herrn, hot aach ſo Mancher hier gefreit. SEich kenn''ere ſelwer, un eich loß mich henke, Wann's von Euch Aaner hot bereut. Phil.(lacht). Das ſtimmt— ich glaub', wahrhaftig Keiner! Ich weiß es ganz genau— bin ſelber Einer! Malk.(ſchlägt ihm lachend auf die Schulter). Es is jo wohr, Sie ſein jo aach ſo en Eringeſchneiter— So ein in die Gießener Birgerſchaft Eningefreiter! Awer ich maan, ich mißt'ere noch mehr kenne— Kennt' eich ſe nur all bei Nome nenne! HPhil. Da kann ich helfen— warten Sie einmal: Da iſt zum Beiſpiel von Schlitz der Franz Wahl Und der Adolf in Gerau und hier der Schmecken⸗
becher—— Malk. leinfallend). Dos is ja Aaner von Eure Hauptmächer! Alle Reſpekt dervor— dos is mei Mann,
Der was Rechtes will un was Rechtes kann! Ohil. ffortfahrend). Und aus des Oberkonſiſtoriums hoch⸗ heiligem Rat Der Herr Doktor Walz, der neue Prälat— Und dann der Kriegsgerichtsrat, der Koch. Und der Vogt von Mainz und von homberg noch Der Port und der Weimar hier, der Oberlehrer, Malk.(einfallend). Dos wor jo dem Annache Koch ſei Verehrer— Un des Beckel's Schorſch, mir denkt's noch wie heut, Der hot ſich aa aus der Meuſtadt gefreit! Fux. Ei, ſo viele! Das hab' ich noch gar nicht gewußt— Da kriegt man wahrhaftig ſelber Luſt! Stifter(iſt aufgeſtanden und ſteht vor einem alten Bilde von Gießen— begeiſtert). So lag ſie da im Abendſonnenſcheine, Die liebe Stadt am Silberband der Lahn.


