Druckschrift 
Festspiel für die Begrüßungskneipe des 50-jährigen Stiftungsfestes des Gießener Wingolf, 5. August 1902 / von Theodor Wahl
(Gi. 80-83)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

10

(hat zuletzt nervös in alten Kneipzeitungsbänden geblättert). Genug, genug! Mir wird's ganz ſchwindlig von den vielen Namen! FMN. Es iſt auch Zeit. Ihr Füxe müßt zur Bahn Auch ich hab' einen Gang noch vor Philiſter, Machſt du ihn mitd Du, Ansdelwart, haſt doch Was Ordentliches präpariert d Red.(erregt). Das iſt's ja, Was ſchier mich zur Verzweiflung bringt! Nichts

hab' ich

Oder doch nichts Geſcheit's! Ich könnt' mich prügeln

Unapp noch vier Stunden bis zur Aneip'! Was fang' ich

Aur anp

Phil. Kalt Blut! Jetzt laſſen wir dich ſorglich Allein, da kannſt du noch in Muſe ſchaffen. 's wär eine Schande, wenn heut Abend nicht Ein flotter Knödel ſtiege! Leute, kommt. Laßt ihn allein mit ſeinem Genius!

FM.(hat durchs Fenſter geſehn). Grad kam der Singwart, mit ihm ſein Quartett, Sie werden üben wollen für heut Abend Ich ſage, daß ſie ungeſtört dich laſſen Und droben ihren Harmonieen fröhnen. Gehab dich wohl! Auf Wiederſehen! Alle. Auf Wiederſehen!

[(Alle ab, außer Red.]

Red.(

wirft ſich in einen Stuhl und blättert, den Kopf in die Hand geſtützt, unruhig in alten Kneipzeitungsbänden). Hum Kuckuck auch! Sonſt war ich doch ſo dumm

nicht

Heut iſt's, als wär die Kehl' mir zugeſchnürt, Als wär' im Hirn das letzte Schmalz vertrocknet! Auch hier bei Euch, poet'ſche Vordermänner, Find' ich die Regung nicht zu eigner Tat!

[Steht auf und geht erregt auf und nieder.)

(hin

Lec han hint