Eine Depoſition im 17. Jahrhundert.
erſonen: Der Dekan der Artiſtenfakultät und zwei Pro 3
feſſoren.— Der Depoſitor.— Zehn Landsleute mit ihrem Senior.— Fünf Beane oder Bachanten. Szene: Ballhaus.
Zeit: Um 1660. [Man hört in der Ferne, näher kommend, den Geſang: ²) Der Vorhang geht auf. Drei
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„Salvete candidi hospites... Profeſſoren ſitzen an einem Tiſch im Vordergrund rechts, in der Mitte der Dekan. Auf dem Ciſche ſtehen: Weinkanne, Celler mit Salz, TCintenfaß mit Gänſefedern, dabei eine Anzahl Formulare für die Depoſitionsſcheine.
Durch die Türe links tritt der Zug auf die Bühne: voran der Depoſitor im Rarrenhabit mit der Pritſche, dahinter im Gänſemarſch die fünf Beane oder Bachanten³) mit den In ſtrumenten und den Hörnerhüten auf dem Kopf; zehn ältere Studenten, die Landsleute mit dem Senior, begleiten den Zug zu beiden Seiten. Die Landsleute ſingen.— Die Beane drängen ſich auf der linken Seite der Bühne mit ängſtlichen und neu gierigen Mienen zuſammen. Nachdem die Landsleute den Ge ſang beendet, winkt der Senior die Beane herbei, alle ſtellen ſich vor den Profeſſorentiſch, die Beane in eine Reihe, der Senior ſteht zwiſchen ihnen und dem Ciſch. Die übrigen Lands leute ſtehen zum Teil herum, zum Teil ſetzen ſie ſich in die Logen.]
Senior Gu den Profeſſoren): Wohledle, hochgelahrte Herrn Professores, inſonders ehrenveſter, wohlweiſer Domine Decane facultatis artium! Nachdem die hier
²) Für die Aufführung komponiert von Herrn Univerſitäts muſikdirektor Prof. Crautmann in Gießen. ³) So Gachanten), nicht Bacchanten iſt zu ſchreiben.
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