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Generalversammlung zu Giessen : Eröffnungsrede / gehalten von dem Präsidenten der orientalischen Section der XXXVIII. Philologenversammlung Prof. Dr. B. Stade am 30. Sept 1885
Entstehung
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PEröffnungsrode des Preisidenten, Prof. Dr. B. Stade. XXXIX

Verbalwurzel nicht findet, aus den verwandten Sprachen die von ihm dafür gehaltene nach(z. B. JND zu JsH aus dem Arab. und Aethiop.), und geht daneben mit besonderem Vergnügen Lrörte- rungen aus dem Gebiete der biblischen Hilfswissenschaften nament- lich antiquarischen nach. Auch hier zeigt er sich weniger als originalen Denker denn als einen fleissigen Arbeiter. Eigene Er- klärungen und Etymologien begegnen uns im ganzen selten und sind, wo sie sich treffen, oft unglücklich. Aber mit grossem Fleisse werden die Etymologien der Zeitgenossen aus ihren Werken aus- gezogen. Natürlich sind es namentlich diejenigen Hiob Ludolfs und Bocharts, welche angeführt werden. May reproducirt ebenso treu- herzig die Versuche von Golius, Grotius, l'Empereur, den Beschwörer mit, 6% zusammenzubringen, als seine eigenen Erörterungen in der historia animalium. Neben Ludolf und Bochart verdankt er bei antiquarischen Fragen am meisten Braun, de vestitu mulierum Hebr. Alles das findet sich untermengt mit Erklärungen wie die von 222 nach Martin Chemnitz unter Herbeiziehung des jüdisch- deutschen Sprachgebrauchs(ganfen und gazlen) und mit theolo- gischen Beweisen nach dem Können der damaligen Zeit, wie dass25 Jer. 31, 22 richtig auf Christum gedeutet werde, da es ja(23)

auch Hiob 3, 3 von einem Kinde stehe und Christus schon vom Mutterleibe ein Heros gewesen sei. Targum und Talmud, noch häufiger die Rabbinen werden zur Erläuterung schwieriger Worte herbeigezogen und aus der zeitgenössischen Literatur zur Exegese, zu den Alterthümern und den orientalischen Sprachen fehlt kaum ein Name. May ist allerdings mehrfach unglücklich, sowohl wenn er fremde Etymologien vorführt als wenn er eigene wagt. So wenn

er mit Seb. Schmid 8 aus verkürzt sein lässt, zu 2N8

arab.'aba pater fuit, zu a&ſ praeivit vergleicht, 5 von 2 ͥO

herleitet. Namentlich spielen ihm die Verba denominata Streiche,

2 so dass er 1o2 von, JaN von AIII., 2 von na2 her- leitet. Allein solcher Art war das etymologische Können jener Zeit. Stellt doch selbst ein Joh. Selden 9752(2d) und Venus zu- sammen. Und vor allem haben wir keinen Grund uns hier besonders fortgeschritten vorzukommen, da uns ähnliches bis in die neueste Zeit in hebr. Lexicis vorgetragen worden ist. Aehnlich beurtheilen sich die hebräisch-deutschen Etymologien, denen May mit besonderer Freude nachgeht. So leitet er obesus von das ab, οεια Born von X, zu 3 pecus meldet er: hinc forte a baar obbrutescere Germanica vox Baur descendit, quia rustici plerumque stupidi et bruti sunt; pecus kommt nach ihm von und zu S bemerkt er: forte lat. vetula hinc ortum ut notet eine alte Jungfer. Granum führt er mit Avenarius auf 2s, daps mit Bochart auf uaα, 7 Herr mit Fuller auf Sn, Thurn auf 5 zurück, letzteresquia ro- tundae plerumque turres sunt. Narr führt er auf xνν zurück,