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Generalversammlung zu Giessen : Eröffnungsrede / gehalten von dem Präsidenten der orientalischen Section der XXXVIII. Philologenversammlung Prof. Dr. B. Stade am 30. Sept 1885
Entstehung
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XXXVIII Generalversamulung zu Giessen.

rabbinische(Giessen 1710), Just. Helf. Happel eine arabische (Frankfurt a,M. 1707), endlich Joh. Phil. Hartmann eine äthio- pische ¹)(Frankfurt aM. 1702).

Ferner ist May betheiligt gewesen bei der zweimaligen Neu- herausgabe von Clodius' Ausgabe des Alten Testaments. Doch scheint er nur die von 1692, bei welcher Joh. Leusden eine Correctur gelesen hat, selbständig besorgt zu haben. Die von 1716 hat auch nach dem Titel der bereits genannte Bürcklin besorgt. May sagt von sich nur direxit opus. Beiden Auflagen wird jedoch die Originalausgabe von Clodius vorgezogen.

Wollen wir uns ein Bild von dem Orientalisten May machen, so befragen wir am besten jene beiden von ihm in Durlach ver- fassten Schriften, die Historia animalium und die Anmerkungen zu Coccejus Lexikon. Die erstere zeigt May als einen in den Kirchen- vätern wie in den Classikern, den Rabbinen wie in der zeit- genössischen Fachliteratur gleich gut belesenen Mann. Sie verläuft naturgemäss zu einem grossen Theile in Auseinandersetzungen mit den Ausführungen Sam. Bochart's im Hierozoikon. Dass Bochart der Gelehrtere und Originellere ist, wird nicht zu bestreiten sein; aber ebensowenig, dass die Nachlese May's der Ernte Bochart's nicht ganz unwürdig zur Seite steht. Jenen das ganze Gebiet der se- mitischen Sprachen keck durchstreifenden Etymologien Bochart's tritt er vielfach bescheiden entgegen. So wenn er zu Bochart's Meinung

G sei aus schenkahabim zu und) entstanden, bemerkt:

Haec conjectura Bocharti quomodo eruditis probetur ignoro, Mihi tamen, ut fatear ingenue, non placet. Preilich ist May gewöhnlich nicht glücklicher. So auch hier, wenn er fortfährt:Puto autem 25, hab dictum elephantem a voce vel stridore, quem edit, quemad- modum latinus barrus vocatur a barriendo. Vielfach handelt es sich natürlich zwischen May und Bochart um Differenzen, welche ernsthaft zu nehmen einem modernen Menschen schwer fällt. Bei- spielsweise wenn May, nachdem er ernsthaft erörtert hat, dass alle Thiere ohne Ausnahme, auch die Insekten, von Gott Adam vorgeführt worden seien, damit sie Namen erhalten, die von Bochart gemachten beiden Ausnahmen, die Bastarde(z. B. Leopard und Maul- thier) und die Wasserthiere erwähnt, und nur die erste gelten lässt, in Betreff der Wasserthiere aber schwankt, da ihm die Para- diesesflüsse die Möglichkeit der Vorführung zu geben scheinen. Noch deutlicher zeigt sich May's literarische Eigenart in den Observationes et Supplementa ad Cocceji Lexicon. In diesen trägt er zu hebräischen Nominibus, zu welchen sich im Hebräischen eine

1) Das Urtheil, welches A. Dillmann, äthiop Grammatik Leipzig 1857 S. 11 Anm. 1 von Hartmann's äthiopischer Grammatik fällt, gilt mutatis mu-

tandis von der ganzen Serie