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Generalversammlung zu Giessen : Eröffnungsrede / gehalten von dem Präsidenten der orientalischen Section der XXXVIII. Philologenversammlung Prof. Dr. B. Stade am 30. Sept 1885
Entstehung
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Generalversamumlung 2 ʃ Giessen.

May trotzdem zunächst an das Elsass gefesselt werden. Der Pfalz- graf Leopold Ludwig von Pfalz-Veldenz berief ihn zu seinem Hof- prediger. Schon in dieser ersten Stellung ist er an die Studien zu seiner ersten grösseren Arbeit, der Vita Reuchlini, gegangen. Edzard hatte ihn auf diesen seinen Pforzheimer Landsmann hin- gewiesen, und Mays Vater hatte sich bereits mit dem Plane einer Lebensbeschreibung Reuchlin's getragen und überliess jetzt seine Sammlungen dem Sohne. Während May mit diesen Studien pe- schäftigt war, traf ihn ein Ruf als Pfarrer zu Sct. Stephan und Professor des Hebräischen und der Theologie nach Durlach. S0 trat er bei demselben Gymnasium als Lehrer ein, welches ihn einst gebildet hatte.

Seine Stelle als Professor trat May am 23. Januar 1684 mit einer Oratio de vita Johannis Reuchlini an, zu welcher nach da- maliger Sitte sein College Fecht durch ein gelehrtes Programm unterm 19. Januar eingeladen hatte. Indem er dieser OratioAnno- tationes variae hinzufügte:quibus strictim breviterque dicta non- nihil uberius explicantur ac illustrantur entstand sein Buch Vita Reuchlini Phorzensis, welches 1687 zu Frankfurt erschienen und zu Durlach gedruckt worden ist.

Wichtig für uns sind in ihm ausser den Auszügen und Ur- kunden zur Geschichte Reuchlin's und seiner Zeitgenossen viele Nachrichten zur Localgeschichte, vor Allem, die Nachweisungen üher die von Reuchlin durch Testament der Stadt Pforzheim ge- schenkten Bücher und Handschriften, von denen viele freilich den Einfällen der Franzosen zum Opfer gefallen sind, wäührend die werth- vollsten in die markgräfliche Bibliothek zu Durlach und von da nach Karlsruhe gekommen sind. In Durlach schrieb May die Historia animalium und die freilich erst nach seinem Abzug von Durlach nach Giessen erschienenen Animadversiones et supplementa ad lexicon Cocceji, wie überhaupt diese Zeit für seine Thätigkeit auf dem Gebiete des A. T. und der semitischen Sprachen die fruchtbarste gewesen ist..

Nach dem am 10. Sept. 1687 erfolgten frühzeitigen Tode des David Clodius wurde May in die von diesem verwaltete ordentliche Professur der orientalischen Sprachen, mit welcher zugleich eine ausserordentliche Professur der Theologie verbunden war, an unsere Hochschule berufen. Wer diesen Ruf vermittelt hat, geht aus unseren Akten nicht hervor. Die Vocation der Universität datirt vom 16. März 1688, der landgräfliche Befehl dieselbe auszustellen vom 5. März 1688. Aber erst am 28. Sept. 1688 meldet May die An- nahme der Vocation, sich damit entschuldigend, dass er nicht eher die Erlaubniss erhalten habe. Er fügt hinzu:In omnem igitur

occasionem intentus nihil aeque votis omnibus enixe expeto, quam uti mihi primo quoque tempore secure ad Vos commigrare liceat; quod tamen consequi hactenus non potui. Moram igitur, quam necessitas mihi imponit, non sine magno meo damno, nolite aegre