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Ruhland contra Biermer / herausgegeben vom Bund der Landwirte
Entstehung
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Verhältniſſen ein Gut, überhaupt die Produktions⸗ koſten, ganz abgeſehen von Zinſen und Rente, aufbringen kann. Ein Weizenpreis und ein Roggenpreis, wie er gegen⸗ wärtig exiſtiert, iſt nicht geeignet, die einfachſten Produktions⸗ koſten auf dem Lande zu decken, wenn nicht ein ganz hervor⸗ ragend guter Boden bei günſtigen Lohn⸗ und Abſatzverhält⸗ niſſen namentlich auch der kleineren Produkte mitwirken... Daraus folgt nach meiner Ueberzeugung, daß man vor allem erſt dahin ſtreben muß, die Landwirtſchaft wieder aufatmen zu laſſen.....

Mit dieſer Begründung, die im einzelnen noch weiter ausgeführt wird, hebt Dr. Roeſicke das für die Gegen⸗ wartspolitik von Ruhland nur ungenügend gewürdigte Tivoli⸗Programm in ſeiner vollen Bedeutung hervor und fährt dann fort:Dagegen habe auch ich, und mit mir die anderen Herren, das Bewußtſein, daß die Durchführung der von uns auf dieſem Gebiete gewünſchten Ziele zum Teil nur eine zeitweiſe Beſſerung herbeiführen kann, wenn nicht andere Umſtände mitwirken, um die Vorteile zu dauernden zu machen. Dieſe Umſtände zu ſuchen, bzw. ihre Geſtaltung feſtzuſtellen, iſt ein Ziel, nach dem wir eifrig ſtreben und in dieſem Punkte ſtimmen unſere Anſchauungen überein.... Da wir übereinſtimmend im weſentlichen das Ziel im Auge haben, der deutſchen Landwirtſchaft wieder eine exiſtenzfähige Zukunft zu ſchaffen, ſo, denke ich, werden wir uns auch im Wege zuſammen finden können.....Ich halte die Möglichkeit gemeinſamer Arbeit für gegeben und deshalb würde mich deren Herbei⸗ führung ſehr freuen.

So die Vorgänge, die zum Eintritt Ruhlands in den Bund der Landwirte führten. Jedes mit der Bundesorgani⸗ ſation und der Bundesarbeit näher vertraute Mitglied des Bundes weiß, daß hier immer durchaus im Sinne dieſes Briefwechſels gearbeitet worden iſt. Alles, was in pro⸗ grammatiſchen Erklärungen des Bundes an die Oeffentlich⸗ keit tritt, iſt vorher in ernſter, ſachlicher Arbeit, in reif⸗ lichem Gedankenaustauſch mit ſorgfältiger ſachlicher Prüfung der Gründe und Gegengründe erwogen worden, wobei der freieſte ehrliche Ausdruck der eigenen Meinung und Ueber⸗ zeugung jedem einzelnen Mitwirkenden nicht etwa allenfalls, nurgeſtattet iſt, ſondern von ihm gefordert wird.