Druckschrift 
Ruhland contra Biermer / herausgegeben vom Bund der Landwirte
Entstehung
Einzelbild herunterladen

11

kammerſekretäre Profeſſoren geworden ſind ohne daß man gleichartige Schlußfolgerungen gezogen hat?

Conrad:Gewiß ſind mir ſolche Fälle bekannt; ich bedaure ſogar, daß ſie nicht noch öfter vorkommen, ich würde

ſolche engere Verbindung zwiſchen Theorie und Praxis für

ſehr wünſchenswert halten. Aber: die Handelskam⸗ mern ſind eben berechtigte Vertretungen all⸗ gemeiner Intereſſen. In dieſem Sinne halte ich auch eine Wechſelwirkung und Mitarbeit zwiſchen Profeſſoren Wund Landwirtſchaftskammern für geboten. Aber hier handelt es ſich doch um Mitarbeit beim Bunde der Landwicte, der doch anerkannter⸗ maßen eine einſeitige agitatoriſche Inter⸗ eſſenvertretung iſt.

. Ruhlands konkrete Beweisanträge über die wirkliche Natur der wiſſenſchaftlichen Bundesarbeit wurden einfach abgelehnt; die Urteilsfällung erfolgte auf der Grundlage ſolcherAnſichten undGutachten!

Das zwingt dazu, die vom Gericht verweigerte öffent⸗ liche Klarſtellung nunmehr hier(in einem nachfolgenden Artikel) durch Belege aus den Akten des Bundes der Land⸗ wirte zu geben.

III. Ruhlands Eintritt in den Bund.

Der Vorſtand des Bundes der Landwirte hatte ſich im Frühjahr 1894 auf Vorſchlag Adolf Wagners an Dr. Ruhland, damals Dozent in Zürich,(deſſen früher er⸗ wähnterLeitfaden eben erſchienen war), mit der Frage gewandt: ob Ruhland gewillt ſei, an den Arbeiten des Bundes der Landwirte wiſſenſchaftlich mitzuwirken.

Ruhland antwortete in einem Briefe d. d. 4. Mai 1894, dem wir die folgenden(für das Schöffengericht und die Gutachter beträchtlichen) Stellen wörtlich entnehmen:

Natürlich ſind mir die Beſtrebungen des B. d. L. be⸗ kannt. Ich habe dieſe Bewegung von Anfang an mit dem größten Intereſſe verfolgt. Und ſoweit mein Können und Wollen in Betracht kommt, bin ich mit vollem Herzen und mit ganzer Seele bereit, mitzuarbeiten an dem Ziele, die Agrarfrage einer glücklichen Löſung