zeigt, und indem er verſucht, dasjenige an geiſtigem Gehalt daraus auszuſondern, was als von exaktem, bleibendem wiſſen⸗ ſchaftlichen Wert erſcheint.
Des Längeren verweilt der Verfaſſer unter Anderem bei dem von Quesnay(† 1774), Leibarzt des Königs Louis XV., begründeten phyſiokratiſchen Syſtem, deſſen Ideen in Anbe⸗ tracht der gegenwärtigen politiſchen Zuſtände und agrariſchen Kämpfe wohl dazu angetan ſind, das höchſte Intereſſe der Offentlichkeit zu erregen und wach zu halten. Der Landwirt von heute, der an dem Kampfe der Landwirtſchaft um die Erhaltung ihrer Exiſtenz und um die richtige Würdigung dieſes Gewerbes für das Wirtſchafts- und Staatsleben aktiv Anteil nimmt, ohne die Zeit gefunden zu haben, ſich in das Studium der Nationalökonomie zu vertiefen, wird überraſcht ſein, bei Quesnay einen großen Teil jener Vorausſetzungen, Argumente und Wahrheiten anzutreffen, auf die die modernen agrariſchen Politiker bei ihrem Vorgehen ſich ſtützen.
Doch gleichzeitig muß es überraſchen, zu erkennen, wie gering die praktiſche Wirkung der Quesnay'ſchen Anſchauungen auf die wirtſchaftspolitiſche Entwickelung der Kulturvölker geweſen iſt.
Als Gründe hierfür zieht Profeſſor Ruhland verſchiedene an. Er meint, daß das phyſiokratiſche Syſtem der National⸗ ökonomie bis in die Gegenwart hinein völlig verkannt wurde. Erſt die umfaſſenden Spezialarbeiten von Profeſſor Auguſt Oncken in Bern haben uns neuerdings deſſen eigentlichen tieferen Wert enthüllt. Weiter— und das iſt ungleich wich⸗ tiger— behauptet Profeſſor Ruhland,„daß jetzt erſt in der nationalökonomiſchen Entwickelung der modernen Kulturvölker die Zeit beginnt, für welche François Quesnay eigentlich ge⸗ dacht und geſchrieben hat.“...„Jetzt erſt beginnt die Zeit auszureifen für die Quesnay'ſche Erkenntnis, daß das Glück und die Wohlfahrt der Völker ſich nationalökonomiſch nicht in dem Begriff des Kapitals erſchöpft, ſondern auf dem Acker in der Entwickelung der Ideen beginnen muß.“ Poofeſſor


