Druckschrift 
Zur Todtenfeier des Großherzoglichen Universitäts-Gärtners Johann Bernhard Weiß am 30. November 1862 / [Gebet von Herrn Kirchenrath Dr. Engel ; Predigt gehalten von Herrn Universitätssprediger Prof. Dr. Hesse ; herausgegeben von der JLU Gießen]
Entstehung
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ſondern Einen herausgreift aus unſrer Mitte, um ihn für immer von unſrer Seite zu nehmen. Dann kommt ein Auf⸗ ruhr in unſrer Aller Herzen; Wehmuth und Schmerz, Schrecken und Angſt, Unzufriedenheit und Trotz walten in ihnen und rauben uns unſren Frieden, bis wir die Stimme des Herrn vernehmen, der da ſpricht:Seid getroſt, ich bin es, fürchtet euch nicht! bis wir erkennen, daß der Herr unſer Gott ſich unter uns geoffenbaret hat, daß ſein Werk der Verluſt iſt, den wir erlitten haben, und daß wir Alles, was er thut, als wohlgethan zu betrachten haben.

Und die Stimme unſres Gottes können wir vernehmen, wenn wir unſer Ohr nur aufthun wollen, und wir ſollen auf ſie hören, weil wir ſie vernehmen können. Darum rufen wir auch heute uns das Wort in das Gedächtniß zurück: Seid getroſt, ich bin es, fürchtet euch nicht! Wir ver⸗ künden es von dieſer Stätte, nachdem wir wieder einen von den Genoſſen auf unſerer Pilgerfahrt, den Univerſitäts⸗ Gärtner Wernhard Weiß, von unſrer Seite haben ver⸗ ſchwinden ſehen. Vor neun Wochen noch da ſchmückte er uns unſern Tempel, wie es unſre feſtlich gehobene Stimmung begehrte, mit welcher wir dem Herrn der Aernte für ſeine reichen Gaben danken wollten; und jetzt iſt er ſelbſt ein Halm auf dem Aerntefelde unſres Gottes, welchen die Sichel des Schnitters, die Sichel des Todes getroffen hat! Doch Gott der Herr iſt's, der Solches an uns gethan hat! Das ſtellen wir heute uns um ſo lebendiger vor die Augen, prägen wir uns um ſo tiefer, je aufrichtiger wir gewiß Alle gewünſcht haben, den Entſchlafenen noch lange in unſrer Mitte zu ſehen, je gegründeter uns allezeit die Hoffnung erſchienen iſt, daß ſeine Thätigkeit noch viel Schönes und Erſprießliches unter uns ſchaffen werde, je näher es darum jetzt unſerm Herzen liegt, die göttliche Liebe und Weisheit zu verkennen, welche wir auch bei dieſem Trauerfalle verehren ſollen, obſchon ſie uns hier mehr als in vielen ähnlichen Fällen dunkel und ver⸗ borgen iſt.