Druckschrift 
Leben Herrn Franz Justus Kortholts Doktors und ersten Professors der Rechten, Vice-Canzlers der Universität Giesen, Hochfürstlich-Hessen-Darmstädtischen, wie auch Hochgräflich-Sayn und Wittgensteinischen Hofraths / entworfen von G. G. S.
Entstehung
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Mizenius. genoß ebenfals die Ehre durch Hausi⸗ Information an ſeiner Bildung Antheil zu haben. Im ſechzehenden Jahr wurde er ein akademiſcher Mitbuͤrger in Gieſen, und im neunzehnten zeigte er bey dem zweiten Jubelfeſt der Augſpurg. Confeßion, weiches die Akademie feierte, die Fruchte ſeines ſchoͤnen Geiſtes in einem wohlgerathenen lateini⸗ ſchen Gedicht. Von dem Fleiß und Geſchicklichkeit in der der Rechtsge⸗ lehrſamkeit mußten batd darauf unterſchiedene Diſſertationen, welche d. fentlich gehalten wurden zeugen*

Die Vorſehung hatte den ſeel. Herrn Vice⸗Canzler dazu beſtimmet, daß er dem Vaterland nicht nur auf der Akademie, ſondern auch in Staatsſachen ſollte wichtig ſeyn. Sie beſorgte alſo auch die Richtung ſeiner ungemeinen Eigenſchaſten auf dieſen Gegenſtand. Es muſte ſich daher fugen, daß ihm die Hofmeiſterſtelle uͤberkragen wurte, an einem Ott der dazu alle Mittel darbotte; ſie brachte ihn eine Verdindung mit Maͤnnern, welche gros genug waren ſeiner Gelehrſamkeit eine Richtung zu geben. Er wurde Hofmeiſter bey dem Herrn Baron von Ullmen⸗

ein jetzigen Koͤnigl. Grosbrittanniſchen, und Churfuͤrſtl. Braunſchweig. uneburgiſchen Oberappellationsrath zu Celle, einen Sohn des damali⸗ gen Aſſeſſors bey dem Reichs⸗Cammer⸗Gericht in Wetzlar, Herrn Ba⸗ ron von Ulmenſteins. Hier bekame er die Erlaubnis, nachdem er den Eid der Verſchwiegenheit geleiſtet, die acta, relationes und vota bey die⸗ ſem hohen Reichs⸗Gericht zu ſehen. Er hatte einen Zutritt bey dem ſel. Herrn Aſſeſſor von Ludolf, und was noch mehr er genoße des Unterrichs eines unſterblichen und groſen Zwierleins. Der Herr Geheimderath von Zwierlein unterrichtete ihn naämlich im iure camerali. Wann die Vorſehung einem ſo groſen Mann einen ſo groſen Lehrer vergoͤnnet, was kann man da nicht erwarten? Wie ſelten werden alſo Kortholte ſeyn! Doch ſollte er nicht nur durch Bekanntſchaft mit dieſem hohen Reichs⸗Ge⸗ richt in Werzlar, ſondern auch durch das in in Wien zu einem Staats⸗ Lehrer gebildet werden. Man gedenket freylich nicht allezeit, auch mitten un⸗ ter den Umſtaͤnden, worunter die Vorſehung uns zubereitet, zu welcher Abſicht wir beſtimmet ſind; wann zumalen d Wege welche wir gehen muſ⸗ 4 ſen

An. 1732. Vertheidigte er unter dem Vorſitz des ſel. Canzleidirektors, D. Johann Friedrich Baiſers eine Streitſchrift: de aequali ſtatuum origine & progreſſu.

An. 1733. hielte er eine Diſſert. unter dem ſel. Prof. Chriſtoph Friedrich Ayermann: de M. Conrado Marpurgenſi, clariſſimo Saec. XIII. viro.