Druckschrift 
Leben Herrn Franz Justus Kortholts Doktors und ersten Professors der Rechten, Vice-Canzlers der Universität Giesen, Hochfürstlich-Hessen-Darmstädtischen, wie auch Hochgräflich-Sayn und Wittgensteinischen Hofraths / entworfen von G. G. S.
Entstehung
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ren Andencken die ihn gekannt haben, wo nicht vollſtändig, doch glaͤn⸗ tzend gezeichnet iſt..

Heſſen, insdeſondere Gieſen, kann auf Ihn ſtoltz ſeyn, da er dem Verzeichnis der groſen Gelehrtken, welcher ſich daſſelbe als ſeiner Soͤhne zu ruͤhmen hat, eine beſondere Zierde ertheilet. In Gieſen war er ge⸗ dbohren,* erzogen, und zu den Wiſſenſchaften zubereitet. Hieſiges Pae- dagogium iſtuſtre und deſſen Paͤdagogiarch/ der groſe und beruͤhmte Theo⸗ log unſrer Zeiten, Herr D. und Kirchenrath Benner rechneten es ſich jederzeit zu einer beſonderen Ehre, daß unter vielen andern ein Vice⸗Canzlar Kortholt und Reichshofrath von Senckenberg ſie zu Lehrern gehabt habe, ſo wie erſterer dieſes niemalen ohne Merckmale der Hochachtung und Danckbarkeit, als welches ein Eigenthum groſer Selen iſt, gedachte. Waͤre es wahr, daß das Geſchlecht ſchon zu einem Anſpruch auf Gelehr⸗ ſamkeit berechtigte, ſochaͤtte ein Kortholt ſchon an und füͤr ſich dazu ein vollkom⸗ menes Recht. Wer kennt dieſe Namen nicht in der gelehrten Geſchichte?** Doch macht die Vorſehung dieſes zuweilen zu einem Mittel, Talente auszu⸗ dilden, und ſie der Welt zu uͤberliefern. Der ſelige Matthias Miko⸗ laus Kortholt, Profeſſor der Beredſamkeit und Dichtkunſt hier in Gieſen, bildete als treuer Vater unſern ſeligen Herrn Vice⸗ Canzler, daß er ihm auch nachgehends mit vielen Ehren in dieſer Profeſſion konnte nachfolgen, und ertheilte ihm die Erziehung, welche die Vorſehung als Mittel brauchet groſe Gelehrten und ungeheuchelte Chriſten hervorzubrin⸗ gen.*** Der nachmalige Super. in der Grafſchaft Lichtenberg Johann

Mizenius

* Anno 1711. den zoten Jenner. er Chriſtian Vortholt, Procancellarius und Profeſfor Theologiae primarius

in Kiel war ſein Herr Grosvatter.

rr Seine Frau Mutter war: Frau Catharina Wagdalena eine gebohrne von Birghden, Herrn Johann Chriſtoph von Birghden, geweſenen Stadtſchreibers der freyen Reichsſtadt Frankfurt am Mayn, und Frau Ma⸗ rien Agathen einer gebohrnen Imlinin Frau Tochter. Dieſe war eine Ur⸗ enckelin des vormaligen beruͤhmten Poſtmeiſters in Frankfurt, Johann von

Birghden, welcher bey vollſtaͤndiger Einrichtung des Reichs Poſtweſens,

von der Zeit an, da im Jahr 1617. der Freyherr von Taxis, mit dem General

Poſtmeiſteramt, als einem Reichs⸗Manns Lehen belehnt worden, ſich viele

Verdienſte erworben, und der Verfaſſer desjenigen gruͤndlichen Berichts von

dem Poſtweſen iſt, welchen der ſelige Herr von Meiern den Actis. Pac.

Weſtph. Tom. V. p. 444-456. einruͤcken laſſen. ſ Weidlichs zuverlaͤſſige

Nachrichten jetzlebende RechtsGelehrten 4 Th. p. 206. Die Frau Grosmutter

von vaͤterlicher Seiten ware, Frau Anna Catharina eine gebohrne Kirchhofin⸗

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