ſpruͤche, und ertheilen denen, welche fie beſitzen, einen inneren Werth,
welcher weder geraubet, noch durch aͤuſern Rang und Titel er⸗
reicht werden kann. Sind ſie nun noch uͤber dieſes durch Erziehung und Gelehrſamkeit ausgebildet worden; haben ſie von der groſen Welt ihre Politur empfangen; werden ſie durch ein rechtſchaffenes Herz und Reli⸗ gion veredelt; ſo wird der Mann in welchem ſich ſolche vereinigen ein Ge⸗ ſchenck der Vorſehung an ſeine Familie, an das Vaterland, ja an die Welt. Da muß man in demſelben den erhabenen Gelehrken, und den groſen Mann bewundern; den Menſchenfreund und Patrioten lieben und hochachten: und den Chriſten verehren. Dieſes war unſer Kortholt. Er war es, das ſagen uns die Klagen der Muſenſoͤhne, der Lieblinge der Wiſſenſchaften, der Menſchenfreunde,* der Patrioten, der Verehrer der Religion. Dieſe ſind das unausbleibliche Opfer, wann ein groſer Mann, von dieſen edlen Zuͤgen geſchmuͤcket, entrißen wird. Doch wir ſchreiben keine Lobrede. Dieſes zu thun muͤßte ein Kortholt ſelbſten vorhanden ſeyn: ein Mann der nicht nur das erhabene der Religion, das Vergnuͤgen eines rechtſchaffenes Herzens fuͤhlte ſo wie er; ſondern auch ein Gelehrter und ein Staatsmann waͤre ſo wie er. Es wuͤrden die Zuͤge, welche wir ent⸗ werfen, ſo glaͤntzend ſie auch ſeyn moͤchten, doch nur ein ſchwacher und unvollendeter Umriß bleiben, den nur wenige auszeichnen koͤnnten. Wir liefern nur ſein Leben und nicht ſein lob, gls welches ohnehin in allen de⸗ ) ren
* In dem unvergleichlichen Gedicht, welches einer unſrer akademiſchen Mitburger der wahres Genie verraͤth Herr Schneider aus Darmſtadt im Namen der uͤbrigen gemacht hat, wird er auch mit dem ſeligen Gellert vergli⸗ chen, nicht weil er in dieſem Fach bekannt ware, aber eben deſſen menſchen⸗ freundliches Herz, die ſo ſeltene Tugendigroſer Gelehrten, beſaſe.
G Talente haben allemal auf Bewunderung die gerechteſten An⸗


