Wanderungen durch die nähere Umgebung. 301
von herrlichem Wald umgeben, das Fortshaus„Hochwart“. Gute, vielbesuchte Wirtschaft) Vom Fuße des Aussichtsturmes führt uns die Wegmarkierung— blaue Punkte— nach dem idyllisch gelegenen, sauberen Dorfe Annerod. Von dem soliden, gesunden Geiste, der die Bevölkerung dieses Dörfchens be- seelt, zeugen nicht die sauberen Hofreiten allein, sondern mehr vielleicht noch die stattliche Kirche und das für die Verhältnisse wahrhaft großartige Schulhaus. Gute Wirtschaft von FH. Heinz „zur Krone“, der Kirche gegenüber, mit Sommerwirtschaft an der sogenannten„Platte“. Bier, Wein, Kaffee, stets vorzüglicher selbstgekelterter Apfelwein. Gute Küche; auf vorherige Be- stellung auch Mittagstisch. Wagen zur Rückfahrt zur Ver- fügung. Stallung. Fernsprecher 403, Gießen.— Wirtschaft von Engelhardt mit Garten. Zur Rückfahrt nach Gießen be- nutzt man die Fahrstraße, die von der Kirche in nordöstl. Richtung aus dem Dorfe führt und an dem Springbrunnen am Fuße der„Platte“ sich nach Nordwesten(links) wendet. Sie erreicht nach einigen Windungen in etwa 14 Stunde die Land- straße Grünberg—Gießen.(Nahebei der Flochbehälter der Gießener Wasserleitung.)
Schöner und interessanter, wenn auch im Anfang etwas weniger bequem, ist der folgende Weg: Von der Kirche aus folgt man— diese zur Linken, das Gasthaus„Zur Krone‘ zur Rechten— der Hauptstraße des Dorfes. Diese führt uns an dem Friedhof(links) und schönen Grasgärten(rechts), sowie an der idyllisch gelegenen Pfeffers-Mühle vorüber in einigen Minuten zum Walde Hier gehe man nicht dem Fahrwege nach, sondern biege am Waldrand einige Schritte nach rechts, dann wieder durch schönen dunklen Fichtenwald in ursprüng- licher Richtung geradeaus bis zu einem eingefriedigten alten Steinbruch. Nach kurzer steiler Senkung— Vorsicht!— er- reicht man den Rand eines Wiesentälchens, dem man auf gutem Kieswege zur Landstraße folgt. Auf dieser andauernd in schönstem Walde hinschreitend, erreichen wir in etwa 11/, Stunde die Stadt.
12. Kirchberg. Altenberg. Staufenberg.
Eine halbe Stunde vom Bahnhof Lollar liegt zwischen Lahn und Marburger Straße das alte, friedliche, kleine Kirchlein von Kirchberg(gutes ländliches Wirtshaus links an der Straße), für viele umliegende Dörfer gemeinschaftliches Gotteshaus. Zahl- reiche gut erhaltene ältere und neüere Grabsteine befinden sich innen an den Seitenwänden. Die Burg, die nahebei stand, wurde in der Mitte des 14. Jahrhunderts vom Grafen Johann von Nassau-Weilburg erbaut. Darüber entbrannte 1366 unter Heinrich II., dem Eisernen, von Hessen eine Fehde, wobei die Umgegend weithin schwer verwüstet wurde. Die Burg bei Ruttershausen wurde zerstört.
Gegenüber, rechts der Lahn und durch eine Brücke mit Kirchberg verbunden, liegt Ruttershausen. Hinter demselben erhebt sich der kahle Altenberg(300 m ü. M.), der eine pracht-


