302 Wanderungen durch die nähere Umgebung.
volle Aussicht lahnauf- bis Marburg und Amöneburg und ab- wärts bis Wetzlar und Braunfels"sewährt. Es ist wohl der einzige Berg Deutschlands, von dem aus man zwei Universitäts- städte sieht. 1396 wurde gemeinschaftlich von dem Landgrafen Hermann dem Gelehrten und dem Grafen Philipp von Nassau mit dem Bau einer Burg auf dem Altenberg beı Ruttershausen begonnen; wann und von wem sie zerstört wurde, ist un- bekannt. Jetzt finden sich kaum noch Reste von Fundament- mauern.
Staufenberg
Besonders schön in der näheren Landschaft liegt der Kegel des Staufenberg(266 m) mit ausgedehnter Ruine— der Hauptbau ist indessen wiederhergestellt und zu Wirtschaftszwecken ein- gerichtet—, darüber Wald, aus dem wieder eine Ruine auf dem Gipfel des Berges hervorragt. Man erreicht den Ort von Lollar aus auf der Landstraße, dann(r.) guter Fahrweg; oder von Kirchberg aus. Der stattliche Torturm im dörf- lichen Städtchen ist nach einer Inschrift wahrscheinlich 1401 von Friedr. von Rolshausen erbaut. Wirtschaft mit reizend schönem Blick in das Lahntal in der unteren Burg, die 1837 wieder unter Dach gebracht wurde und Eigentum S. K. H. des Großherzogs ist. Die obere Ruine ist Eigentum des hessischen Fiskus und mit schönen Garten- und Waldanlagen umgeben; nur ein kleiner Teil steht noch; der Turm kann auf steinerner, mit Geländer versehener Treppe erstiegen werden und bietet einen prachtvollen Rundblick.
Schon zu Ende des 13. Jahrhunderts stand die obere Burg und gehörte damals dem Grafen von Ziegenhain. Kaiser Adolf belagerte sie 1296. 1324 wurde Graf Johann zu Solms 3urgmann des Grafen Johann von Ziegenhain auf Staufenberg. Eine neue Fehde brach 1370 zwischen dem Landgrafen Her- mann dem Gelehrten von Hessen und den Burgmännern und Bürgern von Gießen gegen den Grafen Gottfried von Ziegen-


