Wanderungen durch die nähere Umgebung. 293
sprochen wurde, Villa Gail in Rodheim derselbedurch zwei mächtigeRingwälle befestigt wurde, die—— selbst von Gießen aus bei guter Be- leuchtung wahr- nehmbar sind. Es ist vielmehr anzu- nehmen, daß der Dünsberg lange Zeit hindurch die Zufluchtsstätte zahlreichen Volkes gewesen sein muß, welches hier seiner Sicherheit wegen lebte und sich ver- teidigte. Fand man doch innerhalb des obersten Ringwalles einen Handmühlstein und auf der Nord- seite des Berges in der Nähe eines alten, jetzt aber fast ganz versumpften Brunnens hunderte der einfachsten Gräber. Nie- mals aber stand eine Burg auf dem Dünsberg.
Aus all dem ergibt sich mit ziemlicher Sicherheit, daß der Name Dünsberg von dem Namen des Kriegsgottes der alten Germanen, dem Tyr oder Tys(Zio, Ziu) herrührt, dem er geweiht war. Ist doch dieser Gott auch der Namenspender unseres Dienstages gewesen. Aus dem Berge des Tys wurde Tynsberg und endlich Dünsberg, wie aus dem Tage des Tys allmählich Dienstag wurde.
Nach dem Volksglauben sollen unter seinen Ringwällen große Schätze verborgen liegen, die zu bestimmten Tagen zu- eänglich sind.
Nur innerhalb des obersten Ringwalles findet sich auch auf Klüften des schwarzen Kieselschiefers Wavellit(phosphor- sauresAluminium mitFluor- aluminium) in grünlichen, warzenförmig gestellten Kristallchen. Auf der Höhe wächst auch Digitalis pur- purea.
Wir kehren wieder nach der Obermühle zurück. In reizend schönem Tale auf- wärts führt der gute Weg, schwarze Dreiecke(über- flüssig, da Weg nicht zu ver- fehlen), nach dem Städtchen Königsberg(385 mü.M.), das aber den Eindruck eines sehr armen Dorfes macht. Aber Parkpartie der Gail’schen BesitzunginRodhein seine Lage ist schön und die
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