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Wegweiser durch die Universitätsstadt Gießen und ihre Umgebung : Gießener Verkehrshandbuch / [Hrsg.: Hermann Oesterwitz]
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Wanderungen durch die nähere Umgebung.

Man durchschreitet dann das Dorf Rodheim mit seinen Filialen für Zigarrenfabrikation und seinem höchst interessanten alten Kirchlein.(Auch von Vetzberg aus ist Rodheim in St. zu erreichen.) von da auf dem schönen Talweg nach dem Dorf Bieber. Es kann auch bis hierher die Biebertalbahn benutzt werden. Hier sind die mächtigen Kalksteinbrüche sehenswert. Der Weg führt im engen Biebertale(hier wächst Stachys ger- manica, Anemone sylvestris u. a.) aufwärts und ist sehr schön. Die Rehmühle bietet Gelegenheit zu ländlicher Erquickung, leider aber nicht mehr die etwas höher gelegene Obermühle mit ihrer reizenden Umgebung. Hier wurde der berühmte Kupferstecher Joh. Gg. Wille ursprünglich Will 1715 geboren (1808), ea sourde Hofkupferstecher des Königs von Frankreich, des deutschen Kaisers und des Königs von Dänemark, verlor aber in der Revolution sein ganzes Vermögen und sein Augen- licht. Die Familie ist noch im 3esitz der Mühle. Eine Gedenk- tafel am Hause besagt:In diesem Hause erblickte der Kupferstecher Joh. Georg Wille, Ritter der Ehrenlesion und Mitglied vieler Kunstakademien, Anno 1715 das Licht der Welt. Er starb am 8. Aug, 1808 zu Paris. Was Sterbliches an ihm war, liegt im Pantheon in Paris begraben.

An der Obermühle biegt das Tal um den Fuß des Dünsbergs, der höchsten Erhebung in der ganzen Umgegend(nahe 500 m). Er ist nicht vulkanisch, wie so Aussichtsturm auf dem Dünsberg viele andere Höhen der Nach-

barschaft, sondern besteht aus

Grauwacke und. Der Dünsberg ist ganz bewaldet und trägt auf seinem Gipfel einen massiven Steinturm(mit Schutzhütte), von dessen Platt- form das Auge einen prächtigen Rundblick genießt.(Schlüssel zu Turm und Schutzhütte gegen Entrichtung von 20 Diet ber trag auf den Stationen Bieber und Rodheim, bei Gastwirt Schlierbach in Bieber, in Gießen bei Fr. Kühn, Seltersweg 36 (Sektion Gießen des D. u. Oe. A.-V.). Der Dünsberg kann entweder von der Obermühle aus auf bequemem Waldweg an dem Forsthaus vorbei, Wegmarkierung rote oder orange-gelbe Striche, oder über Krofdorf von Fellingshausen, rote Striche, aus bestiegen werden. Der letztere Weg führt an ausgedehnten Tagbauten(Grube Eleonore und Schalker Grube) auf Braun- eisenstein und Roteisenrahm vorbei und ist im Walde viel- fach sehr steil.

Der Name Dünsberg oder Dinsberg hat nichts mit Odin, (noch weniger mit Dünsten, auf der Generalstabskarte steht Dünstberg) zu tun. Auch ist nicht wahrscheinlich, daß, weil

auf dem Gipfel des BergesDing gehegt, d. ch. Rech sag,