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Wegweiser durch die Universitätsstadt Gießen und ihre Umgebung : Gießener Verkehrshandbuch / [Hrsg.: Hermann Oesterwitz]
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294 Wanderungen durch die nähere Umgebung.

Reste der alten Befestigungen sind malerisch.Das Schloß stellet zu dieser Zeit nichts als einen bloßen Steinhaufen vor, und das Städtchen so unten am Berg lieget, hat auch eine schlechte Gestalt(1747) paßt auch jetzt noch. Merian und nach ihm andere teilen mit, hier seien in alter Zeit römische Münzen gefunden worden; doch ist nicht der geringste Anhalt dafür, daß die Römer wirklich hier waren. Wahrscheinlich in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde das Schloß von Mar- quard von Hohensolms gebaut, 1350 aber wurde das ganze Besitztum an den Landgrafen Heinrich zu Hessen verkauft. Auf dem Plateau bei Königsberg wächst Orchis ustulata und Carum Bulbocastanum.

Ueber die Höhe hin erreicht man(1/a St.) das Dorf Hohen- solms(437 m ü. M.) mit seinen alten von mächtigen Linden umstandenen Schloß, das eine vorzügliche Aussicht gewährt. Selbst der Meißner und der Inselberg sind sichtbar. Das Schloß bietet wenig Sehens- wertes. Erwähnt seien nur außer verschiedenen Archi- tekturteilen einige Gobelins von 1634, noch ältere Leder- tapeten, einige alte Gemälde und eine Inschrift über dem Kirchentore.Das Schloß ist sehr altfränkisch gebaut und hat keinen einzigen über das Dach hervorragen- den Schornstein, denn solche gemeiniglich nur bis an

Hof Bubenrod den Boden gehen(1747).

Etwa um 1326 erbaut, wurde

das Schloß 1327 von dem

Landgrafen Heinrich Il, dem Eisernen, von Hessen und Thüringen zerstört und ihm 1350 von den Grafen]o hann und Dietrich von Solms zu Lehn aufgetragen. Erst 1384 wurde es wieder aufgebaut, aber im dreißigjährigen Kriege von den kaiserlichen Truppen abermals zerstört. Das weithin sicht- bare, große, schloßartige Haus stammt aus der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Es gehört den Fürsten zu Solms-Lich.

Sehr schöne Waldstraße durch den Blasbacher Grund, dann durch das Dilltal nach Wetzlar.

10. Forstgarten. Schiffenberg.

Zu den besuchtesten Ausflugsorten der Nachbarschaft von Gießen gehört von alter Zeit her auch der Schiffenberg(230 m), mehr noch, seitdem die Züge der Oberhessischen Bahn am Fuß anhalten und seitdem die Gießener Omnibus-Gesellschaft wäh- rend des Sommers ihre Wagen vom Marktplatz bis zum Walde xehen läßt.(An Sonntagen von 3 bis 41) Uhr und von 6 bis ) Uhr nachmittags alle 20 Minuten ein Wagen; an Werktagen

auf Bestellung[mindestens 10 Personen]. Fahrpreis 20 Pig.).