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Wegweiser durch die Universitätsstadt Gießen und ihre Umgebung : Gießener Verkehrshandbuch / [Hrsg.: Hermann Oesterwitz]
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Wanderungen durch die nähere Umgebung. 281

den verdienten Ehren aufgenommen; freilich war er ein anderer geworden und sind jetzt tausende von Fabriken mit seiner Darstellung beschäftigt.

Unmittelbar an die Liebigshöhe stößt der vielbesuchte Philosophenwald, sehr gutes Restaurant mit großem Saal und hübschen Anlagen. Vorzüglich, von Familien viel be- suchte Wirtschaft(Wein, Bier, Apfelwein, Kaffee, Kuchen, Waffeln usw.— Telephon Nr. 251). Auf dem von mächtigen Bäumen überschatteten Platz vor der Wirtschaft oder in dem geräumigen Saale öfters Konzerte der Gießener Regimentskapelle. In dem großartigen Teile des Waldes hinter den Gebäuden werden alle zwei Jahre in der Woche vor den großen Herbst- ferien die für ähnliche Veranstaltungen an anderen Plätzen vorbildlich gewordenen Gießener Jugendfeste abgehalten, die

neben der Schuljugend Tausende von Erwachsenen— auch aus der weiteren Umgebung— in den schönen grünen Wald hinauslocken.— Von dem Saale und den Plätzen davor an-

mutiger Blick auf die Stadt und die benachbarten Höhen.—

Philosophenwald

Der Philosophenwald erhielt seinen Namen bald nach Gründung der Universität. Doch stammen die wohlangelegten Spazier- wege aus neuer Zeit. Der viereckige Wall bei der Wirtschaft ist ein Andenken, das die Franzosen 1758 hinterließen, als sie die verbündete preußische Armee auf der anderen Lahnseite beobachteten. 1759 wurde dann Gießen von den Franzosen besetzt und bis 1763 behalten.

In dem entferntesten Teil am hinteren Ende des Trieb liegt ein niederer, mit Kieferndickicht bewachsener Hügel, der Eulen- kopf, auf welchem ein ganz kleiner aber deutlicher germanischer Ringwall wahrnehmbar ist. Ohne Zweifel hängt er mit den umliegend zerstreuten Gräbern zusammen, und sicher war hier in frühester Zeit eine Ansiedelung, die aber lange bestanden haben muß, denn die Art der Totenbestattung in den verschiedenen Gräbern ist sehr verschieden(Urnengräber, Steinplatten-Erd- gräber); für eine Befestrgung ist der Eulenkopfwall zu klein und der Hügel zu niedrig. Hier war wohl eine Opferstätte.

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