Wanderungen durch die nähere Umgebung.
5, Wieseck. Hangelstein. Badenburg. (Vormittag.)
Ein schöner Fahrweg führt vom Philisophenwald aus durch die Wiesen nach dem freundlichen Dorfe Wieseck(urkundl. Wisaha, Wiesenbach). Der Ort ist älter als Gießen und war früher auch befestigt. Ein Torturm steht noch.
Gehen wir durch das Turmtor am nördlichen Ausgang des Dorfes und auf dem sandigen Fahrweg weiter(links in den Aeckern wächst Veronica acinifolia), so gelangen wir zu den bekannten und sehr ausgedehnten Sandgruben, von wo aus nicht nur Gießen und Umgegend, sondern auch die ganze Wetterau mit feinem, ganz weißem Sande versehen wird; als Formsand für Eisengießereien geht er noch weiter. Sonderbar gestaltete Knollen von tonigem Sphärosiderit liegen reichlich umher. Nahebei ist auch eine sehr reiche Ockergrube, die vortreffliches Material liefert.
Dahinter beginnt der Wald des Hangelstein, der seiner reichen und interessanten Flora wegen in der wissenschaft- lichen Welt weithin bekannt ist. Im Gießener Landschaftsbild tritt der langgestreckte Waldhügel auf der Nordseite deutlich hervor. Zu seinen schönsten und aussichtsreichsten Punkten (Teufelskanzel) gelangen wir in mäßiger Steigung und in an- genehmen Waldungen, indem wir vom Dorfe Wieseck aus der farbigen Wegmarkierung— rote Kreuze— folgen. Von der Stadt aus ist der Hangelstein’ auch auf der Marburger Straße in 3/4 Stunden zu erreichen. Vor Lollar, etwa 1 km hinter der Wirtschaft„Wellershäuser Hof‘(im Volksmund mdse Wellersburg‘ genannt), biegt rechts der Weg nach Daubringen ab, dem man folgt, bis durch den Hochwald der große Basalt- steinbruch sichtbar wird. Auch dieser mit seinen regel- mäßigen Säulen ist von Interesse. Zu seiner Linken sind zahl- reiche ältere, jetzt verlassene Steinbrüche, die aber schöne Kleinbilder darbieten. Der Wald über den Steinbrüchen— ge- bahnte Waldwege führen nicht dahin— ist prachtvoll, ebenso der Blick von oben auf das Lahntal. Ganz besonders herrlich aber ist der Blick von der Teufelskanzel(293 m ü. M.); man erreicht sie auf schwer erkennbaren Waldpfaden sich links haltend‘und an dem steilen Abhang gegen den Lollarer Kopf zu hingehend. Ein kleiner freier Platz öffnet sich gegen Norden und der Basaltfels stürzt senkrecht in die Tiefe ab. Die Stelle selbst ist gar nicht gefährlich, obgleich in keiner Weise ver- wahrt, doch hüte man sich, in den Felsspalten herumzuklettern. Der Blick nach Staufenberg und Umgebung ist prachtvoll.
An weniger abschüssiger Stelle weiter rechts steigen wir wieder ins Tal und folgen dem Daubringer Weg eine kurze Strecke, wo er rechts Wald und links Feld und Wiese hat. Da liegt rechts am Waldesrand kaum durch Bäume versteckt wieder eine merkwürdige Basaltgruppe, die kleine Teufels- kamzel. Es sind mächtige, unregelmäßig durcheinander ge- worfene Blöcke, welche ebenfalls aus Säulen gebildet sind.
Folgt man vom Hangelstein aus in westlicher Richtung der farbigen Wegmarkierung— blaue Striche— so gelangt


