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Heinrich Will : ein Gedenkblatt / [A.W.v. Hofmann]
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50 er Jahre hatte sich eine grössere Menge der unerfreulichen und nicht ungefährlichen»schwarzen Masse« angesammelt, welche be- kanntlich das Ausgangsmaterial für die Darstellung der beiden ge- nannten Säuren ist. Es war somit Veranlassung zur Wiederaufnahme der Untersuchung derselben gegeben. Aus dem krokonsauren Kalium erbielt Will nach dem von Gmelin angegebenen Verfahren die freie Säure als blätterige oder körnige gelbe Krystallmasse, die beim Trocknen in ein hellgelbes Pulver zerfiel. Die Analyse der Säure bestätigte die von Gmelin gegebene Formel. Die wasserfreie Säure enthält: Cs H O5, die wasserhaltige Cs H2 Os, 3 H O.

Die Salze des Baryums, Calciums und Bleies werden als gelbe Pulver erhalten, welche wasserhaltig sind, und das Wasser erst bei hoher Temperatur abgeben. Das wasserfreie Silbersalz:

Cz Age O5 entspricht genau der wasserfreien Säure. Bei der Oxydation der Krokonsäure mit Kaliumpermanganat entsteht nur Kohlensäure und Wasser; durch die Einwirkung von Chlor oder Salpetersäure wird die Krokonsäure in eine farblose Säure, aus diesem Grunde Leukon- säure genannt, übergeführt, welche Will im Hinblick auf die bei der Reaction verbrauchte, durch Titrirung bestimmte Sauerstoffmenge durch die Formel:

55 Hs O9 ausdrückt und als eine dreibasische Säure anspricht. Sie ist aus der krystallisirten Krokonsäure durch Aufnahme von l Atom Sauerstoff ent- standen: Ch Ha O8 0 C⸗ Hs O9.

Nietzki hat neuerdings die bislang nur als Syrup bekannte Säure aus Salpetersäure krystallisirt erhalten und die oben gegebene Formel bestätigt.

Weniger erfolgreich sind Will's Versuche über die Rhodizon- säure ¹) gewesen. Durch wiederholte abwechselnde Behandlung der »schwarzen Masse« mit Alkohol, wässerigem Weingeist und Wasser unter vorsichtigem Zusatz einer Säure, erhält man bekanntlich ein tief- rothes, in feuchtem Zustand fast salbenartiges Pulver, welches von Berzelius und Wöhler zuerst beobachtet, später von Liebig durch die Einwirkung von Kohlenoxyd auf Kalium und Zersetzen der dabei gebildeten Verbindung mit Wasser dargestellt, endlich von Heller untersucht und als Kaliumsalz der Rhodizonsäure bezeichnet worden ist. Gmelin fand, dass das rothe Pulver beim Verdampfen seiner wässerigen Lösung in das Kaliumsalz der Krokonsäure übergeht.

¹) Lieb. Ann. CXVIII, 187.