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Heinrich Will : ein Gedenkblatt / [A.W.v. Hofmann]
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fast krausen Haares und von einem leichten Bart umrahmt; aus dem Auge leuchtete unverkennbares Wohlwollen, welches durch einen zeit- weise einsetzenden schalkhaften Zug noch berückender zum Ausdrucke gelangte. In dem der Skizze angefügten heliographischen Porträt von Prof. Röse in der Reichsdruckerei mit bekannter Meisterschaft ausgeführt erscheint uns Will in einer bereits jenseits der Mitte des Lebens liegenden Periode, seine Züge haben schon einen etwas ernsteren Ausdruck angenommen, der üppige Haarschmuck zumal, welcher dem jüngeren Manne eigen war, ist von der Zeit nicht un- beeinträchtigt geblieben. Die Freunde, von denen das Porträt für die »Berichte« gestiftet worden ist, hätten lieber ein Bild aus früheren Jahren gewählt; allein von den Photographien, welche vorhanden waren, schien ihnen die vervielfältigte jedenfalls die gelungenste, eine Auf- fassung, mit welcher auch die Samilie einverstanden war. Die Freunde haben es sich aber nicht nehmen lassen wollen, da die Mittel reichlich zur Verfügung standen, dem Porträt noch eine Zeich- nang beizufügen, welche, obschon sie zumal in der verkleinerten Nachbildung Will's Züge kaum scharf erkennen lässt, gleichwohl den ganzen Habitus des Mannes unvergleichlich wiedergiebt. Dem Ver- fasser ist diese Beifügung eine besondere Freude gewesen, da sie ihm gestattet, seiner Skizze ein Blatt der Erinnerung an einen theuren Jugendfreund einzuflechten, dem auch Will wie Jeder, der ihn kannte, von Herzen zugethan war. Die betreffende Zeichnung rührt nämlich von dem Maler Wilhelm Trautschold her, welcher uns Allen in engster Freundschaft verbunden war, so dass ich mich nicht in jene Zeit zurückversetzen kann, ohne dass sein Bild aller Orten vor mir auf- tauchte.

Trautschold, 1815 in Berlin geboren, war gegen Ende der 30 er Jahre, unmittelbar nach Vollendung seiner Studien in Düssel- dorf, nach Giessen gekommen und hatte durch seine künstlerische Begabung, der eine ganz seltene Bescheidenheit noch als Folie diente, in allen Kreisen der Gesellschaft schnell Fuss gefasst. Einer be- sonderen Beliebtheit erfreute er sich bei den Studenten, mit denen er kameradschaftlich verkehrte, oft genug auf der Kneipe, zumal aber bei fröhlicher Berg- und Wasserfahrt. Ein unvergleichlicher Schwimmer, hat er das Glück gehabt, mehr als ein Menschenleben zu retten. Ich bin selber zugegen gewesen, als er unseren gemeinschaftlichen Freund John Blyth, den eip plötzlicher Krampf erfasst hatte, im Augenblicke der höchsten Gefahr aus der Lahn zog. Eine prächtige Künstlernatur dieser Trautschold; mein altes Herz geräth in lebhaftere Bewegung, wenn ich an ihn zurückdenke. Auf meinem langen Lebenspfad bin ich nur Wenigen begegnet, bei denen das Ich in gleichem Maasse zurück- getreten wäre. Von einer Einfachheit der Lebensgewohnheiten und, natürliche Folge, von einer Bedürfnisslosigkeit, die nicht grösser ge-