einer auszuglichen Veröffentlichung begonnen zu haben. Fortſ. und Schluß— es ſind ſehr ausführliche Aufzeichnungen und man ſtaunt, daß Chaſtel bei ſeinen vielen Arbeiten die Zeit noch dafür auftreiben konnte— werden in Bd. 6 und 7 der„Mittheilungen“ folgen.
Bei weitem weniger anſpruchsvoll ſind die Aufzeichnungen des Bauern Abel von Krofdorf, der unentwegt ſein Haus⸗ buch trotz Krieg weiter führte. Er ſchreibt auf, was ihn beſonders intereſſirt, namentlich auch die Fruchtpreiſe. So finden wir z. B. die folgenden Aufzeichnungen, die auch jetzt noch nicht ohne Intereſſe ſind.
„1792. Das Korn galt den Frühling im Mai 5 fl. 10 kr., auch 20 kr. 2 Pf., die Gerſt 4 fl. 20 kr., im September auf dem Schloß(Gleiberg) Korn 5 fl., Gerſt 4 fl. Ich nahm 43 Achtel und 10 Achtel Gerſt davon und 4 Wochen her⸗ nach richteten die königl. Preußen ein Magazin in Gießen auf, gaben gleich vor 8 Meſten Korn 8 fl. und vor die Gerſt 6 fl., vor den Centner Heu 3 fl.“
„1794. Den Herbſt kamen um oder nach Michaeli die Kaiſerlichen mit beſtändiger Einquartirung von Brabant und den Niederlanden zurück und hatten den ganzen Winter bis um Pfingſten die Kanonier und Füſilier zur Einquartirung, auch kaſſeliſche Stückknecht, welche ab und zufuhren, da nahm dann die Theurung täglich zu; der Ctr. Heu galt anfänglich 2 fl. 40 kr., zuletzt 3 fl. 40 kr., das Korn das Achtel 17 fl., die Gerſt 13 fl., Hafer 11 fl., Weizen 24 fl.¹
Weit wichtiger aber ſind die Aufzeichnungen Abels von Krofdorf durch die kriegsgeſchichtlichen Notizen, die einen Vergleich geſtatten zwiſchen dem Verhalten der Heere in einer Stadt und einem wehrloſen offenen Dorfe.
Er ſchreibt darüber:
„1795. Um den Februar 1795 hatten wir 7 Königl. Preuß. Durchzüg und hatten jedesmal Raſttag hier und machten viel Unkoſten mit Zehrung und Vorſpann, und iſt bisher nichts bezahlt worden. Den Herbſt hatten wir die Rohaniſchen Huſaren hier, es waren keine von den beſten“.


