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Zur Geschichte der Universität Giessen / Dr. W. Scharf
Entstehung
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J. 1541 der Abt Hermann auf Drängen des Kustos des Stiftes, Ludolf aus Wesel, durch honestum et insignem pictorem M.

Bartholomeum Fuscum civèem Coloniensem ausführen. Im J. 1570 abor liess derselbe Abt zusammen mit den Senioren seines Kapitels und den übrigen Kapitularen durch honestum quoque Arnoldum pre- scripti M. Bartholomei filiumn eiusdem artis insignem dieselbe Tafel neuem sorgfältigst vom Staube reinigen

Magistrum von und restaurieren, und es wurde dem Meister Arnold für seine Arbeit und das verwen- dete Material vertragsmäßsig die Summe von 18 Thalern, ebenso Sseinem Gehülfen 1 ½ Thaler und seinem Sohne 40 Albus versprochen. Zur Aufhringung dieser Summe kamen Abt, Kapitel und Senioren überein, eine silberne Büchse, in welcher ein Teil des Armes des h. Märtyrers Georg eingeschlossen war, dem Essener Gold- schmied Michael Bysenkamp zu verkaufen, und da die Altartafel einst mit grossen Kosten und höchster Sorgfalt für 400 rh. Goldgulden angefertigt und ausgezeichnet gemalt war, so hielt man es ohne jeden Gewissenszweifel für angezeigt, zur Erhal- lung eines solchen Kunstwerkes aus dem Schatze der Kirche das Geld zu nehmen Acta sunt haec unanimi consensu anno 1572 in Februario.

und zu bezahlen.

Die Kennzeichnung des Bartholomeus Fuscus als insignis pictor, die Nennung seines Sohnes Arnold als eines ebenfalls ausgezeichneten Malers, der Umstand, dass auch ein Sohn des letzteren erwähnt wird und sich nachweisen lässt ¹), endlich die Zeitangaben: alle diese Momente zusam- mengenommen ergaben mit unzweifelhafter Bestimmtheit, dass mit dem Bartholomeus Fuscus kein anderer gemeint sein kann als der berühmte Bildnismaler Barthel Bruyn.

Es entsteht nun aber die Frage, ob die gelehrte Namensform auf einer willkür- lichen Übersetzung der Werdener Stifts- herren beruhe, oder ob sie von Barthel Bruyn selbst als Künstlerbenennung ge- braucht sei.

Da ersteres nach dem Cha-

1) Bartholdt. S. die Stammtafel des Malers Bartholomeus Bruyn I in Köln. Künstler in alter

und neuer Zeit, Düsseldorf 1895, Sp. 131 und 132

rakter des Schriftstückes nicht wohl anzu- nehmen ist, so ist qas zweite wahrschein- lich und könnte, wenn thatsächlich, für die weitere Barthel Bruyn nicht ohne Wichtigkeit sein.

Dr. Eduard Wiepen.

Forschung über

Köln.

A₰ zur Geschichte der Universität Giessen. In der Gymnasiumsbibliothek zu Lahr in Baden befindet sich ein in goldgepresstes Leder gebundenes Buch, auf dessen Deckel zwischen biblischen Darstellungen steht: MIA 1604. Das Titelblatt fehlt, ein Be- sitzer des Buches hat auf eine eingeheftete erste Seite geschrieben: Tomus 4. iconúm

Darunter steht: Darauf folgt ein

Die Vorrede ist ge-

in octava. lcones ador- navit Tobias Stimmer. geschriebener Index.

richtet an Friedrich II, König von Däne- mark, Norwegen etc., verfasst vom Rechts- gelehrten Nicolaus Reussner. Ihr Datum lautet: Argentorati Calendis Aprilis, anno Salutis Christianae

C12. 15. XIIIC.(1587).

Der Drucker ist nicht angegeben, der Zeit es ein Richel oder Zetzner Buch enthält IIolz- schnitte berühmter Männer aus der letzten Hälfte des 16. Vor den Bildern sind jeweils unbedruckte Blätter eingeheftet, die offenbar für Notizen über

könnte Das

nach sein. schöne

Jahrhunderts.

die beistehenden Gelehrten bestimmt waren. Mehrere sind auch mit solchen ausgefüllt, eine grosse Anzahl derselben aber ist als Stammbuchblätter von zwei Besitzern des Buches, Vater und Sohn Arcuarius, be- nützt Die Stammbucheinträge sind besonders für die Universität Giessen interessant, da die meisten von der Hand von Professoren genannter Hochschule aus den Jahren 161721 Sie be- ginnen mit p. 139 und gehen von da durch das ganze Buch durch. mit einer

worden.

stammen.

Wir habenes also

Art von Stammbuch zu thun,

wie es in jener Zeit die Studenten führten.

Die Einträge folgen hier. Auf die erste

Seite hat der Besitzer geschrieben: Hassiae castrum mihi Gissa lucem, Serta Marpurgum Sophias honora, Ordinis sacrum dedit Urbs Tribocum,

Lara Cathedram.

M. Justus Arcuarius 1605.