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Bibliotheca Academica et Senkenbergiana : ein Beitrag zur Geschichte der Hochschule Gießen. / von Dr. O. Buchner
Entstehung
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Kl

jetzt alte Klinik ſtatt und erhielt der katholiſchen Kirche gegenüber die Anſchrift: Bibliotheca Academica et Senckenbergiana.

Aber auch da hatte ſie keine länger dauernde Stelle und wurde, als die Räume für Klinikzwecke gebraucht wurden, wieder auf den Brand in die Aula verlegt, wo jetzt dieſelbe Aufſchrift am Hauſe angebracht iſt.

Die übrigen Theile des alten Senckenbergiſchen Hauſes nebſt Stallung, Scheuern und Gärten ſollen zur Wohnung für den Bibliothekar eingerichtet werden, dem auch aus den Zinſen des vermachten Kapitals jährlich 200 fl. zufließen ſollen. Er hat aber auch ſür Reinheit der Zimmer und Kamine derart zu ſorgen, daß die Univerſität ſich im Fall eines Brand⸗ ſchadens an ihn halten kann. Ein kleinerer Theil des Hauſes wird dem Diener zugewieſen.

Zum Bibliothekar kann von der Univerſität der jüngſte Profeſſor der Rechte oder der Geſchichte gewählt werden, welcher die beſte Handſchrift ſchreibt. Er ſoll innerhalb eines Jahres einen Katalog anfertigen, wofür er von der Tochter als Uni⸗ verſalerbin 200 fl. zu empfangen hat; für die 250 fl. als Reſt der Zinſen des vermachten Kapitals ſollen nur juriſtiſche und hiſtoriſche Werke und Hassiaca angeſchafft werden. Auch ſoll der Bibliothekar jedes Jahr die Sammlung durch ein Buch ſchenkweiſe vermehren, auch dieſelbe vor ſeinem Tode teſtamentlich bedenken, ſowie jeden Studenten, der dieſelbe benutzt hat, vor dem Verlaſſen der Hochſchule zur Stiftung eines Buches von wenigſtens 1 fl. Werth veranlaſſen. Auch wird erwartet, daß jeder bücherſchreibende Gelehrte, der die Bibliothek benutzte, ein Exemplar aller ſeiner Schriften der Bibliothek widme.

Auch beſtimmte er, daß die Bibliothek an allen ſechs Wochentagen auch in den Ferien je 2 Stunden geöffnet ſein ſolle. Den Reſt erbt ſeine Tochter, die vermählt war. Weil ſie aber leider an einen Mann verheiratet iſt, der ſie nie glücklich gemacht und zuletzt ſogar in mein Haus zurück genöthigt hat, weßfalls ſie auch wirklich mit ihm in Unter⸗