heſſen, auf dem jedoch bisher der beyweitem größte Theil der Staatsdiener des Großherzogthums und viele Mitglieder dieſer verehrlichen Kammer genuͤgend ihre wiſſenſchaftliche Bildung erlangten, den Ruin zu be⸗ ſchleunigen!
Leider entbehrten meine beſorgten Mitbürger zu Gießen die bedeutenden Vergünſtigungen zur Vermeh⸗ rung ihres Wohlſtandes, welche den Reſidenz⸗Bewöh⸗ nern zu Gebot ſtanden, um ſie mit Reichthum und Nahrungsquellen aller Art zu beglücken. Sehen ſie ſich ſo, da ihnen noch die Nachwehen eines neuen Kirchenbaues, eines koſtbaren Kaſernenbaues und des Aufwandes für die Entwäſſerung aufliegen, vielleicht außer Stande, Geldſummen zu bieten oder aufzubringen, um ihre fernere Eriſtenz zu ſichern, ſo bleibt ihnen nichts übrig, als ihr Schickſal dem Schutz der höchſten Staatsregierung und dem Beyſtande der Kammern vertrauensvoll hinzugeben.
Mein Antrag gehet alſo dahin, die Kammer möge der Staatsregierung einsweilen für dieſe Finanzperiode einen Zuſchuß von jährlichen fl. 10,000— bewilligen, und es ihrer Weisheit überlaſſen, ſolche für die Lan⸗ des⸗Univerſität Gießen zu verwenden.
Darmſtadt am 15,. Februar 1821.


