No. 1.
Dem unterzeichneten Abgeordneten des 4ten Wahl⸗
bezirks der Provinz Oberheſſen ſey es erlaubt, die Auf⸗
merkſamkeit der Kammer auch auf die Landes⸗Uni⸗ verſität Gießen zu lenken.
Dieſes Inſtitut, ein Gemeingut und Kleinod des Staats, lebt und wirkt nun ſchon ruhmvoll in drei Jahrhunderten unter ſeinen Schweſtern. Alle vielfachen Stürme und Gefahren, die es ſeit dieſer langen Reihe von Jahren bedroht haben, vermochten nicht, es in ſeiner ehrenvollen Wirkſamkeit zu hindern.
Wenn indeſſen in der neueren Zeit, Bedürfnis und
Nacheifer, Deutſchlands Regierungen veranlaßte, den Inſtituten ihrer Uniyerſitäten verbeſſerte und erweiterte Einrichtungen zu geben, ſo liegen auch die rühmlichen Beweiſe vor Augen, mit welcher patriotiſchen Bereit⸗ willigkeit namentlich die Stände von Baiern, Wirtem⸗ berg und Baden, die Mittel dazu bewilligten. Was unſer allverehrter Großherzog, mit ſehr be⸗ ſchränkten Mitteln, auch für das Fortbeſtehen unſerer oberſten Landes⸗Bildungs⸗Anſtalt gethan, hat zum Theil des Herrn Staatsminiſters Erzellenz, in der Darſtel⸗ lung der Lage des Großherzogthums, angedeutet. Man⸗ ches iſt noch zu thun, um dieſes National⸗Inſtitut ſo zu vervollkommnen, daß es ſeinen Schweſtern nicht nachſtehe, und unſern Söhnen zeitgemäße, genü⸗
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