Druckschrift 
Akademische Erinnerungen, kulturgeschichtliche Beiträge und Erörterungen / von Dr. jur. Ernst Klein
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 28—

vorbeugte. Die damaligen Verhältniſſe der Corpsſtudenten und deren Anhänger zu den anderen Studenten(inſoweit nicht harmloſe„Kameele“) vielfach recht unerquicklich. Mit den Frankonen(ſchwarz⸗blau⸗gold) von 15— 46, welche betreffend Satisfaktion gaben, in anſtändigem Verhältniß, mit den Katten und Alemannen thatſächlich auf üblem Fuß; dieſelben pflegten alle äußeren Zeichen und Gebräuche der Corps, gaben aber keine Satisfaktion(ein Katte hielt damals öffentlich eine große Pauke über die Feigheit des Duells). Die Folgen konnten ſomit nicht ausbleiben, zahl⸗ reiche Skandale waren an der Nachtordnung und Holzereien diverſer Art gaben von der gegenſeitigen Stellung intenſives, fatales Zeugniß, die Career wurden frequentirter, Conſilien und Relegationen ſetzte es ab. Deſtomehr paukten die Corps unter einander(z. B. S.⸗S. 39: 13 Pauke⸗ reien; W.⸗S. 39/40: 23 P.; S.⸗S. 40: 66 P.; W.⸗S. 40/41: 70 P.; W.⸗S. 41/42: 45 P.; S.⸗S. 42: 56 P.; W.⸗ 8 43: 41 P.; W.⸗ 13/44: 24 P.; S.⸗S. 44: 45 P.; W.⸗S. 44/45: 31 P.; S.⸗S. 45: 87 P. ec.).

In einer Geſchichte des Corps darf ſelbſtverſtändlich eine Darlegung der Art und Weiſe des Fechtens und des Paukens der früheren Perioden nicht fehlen: Die geübten Schläger lehrten an und die Kunſt durch ge⸗ ſchicktes Pariren und elegantes Schlagen die gegneriſchen Hiebe abzuhalten und einen Schmiß, wo möglich eine— im Ganzen ſeltene—„Abfuhr“ „herauszubeißen“(ſo lange es irgend noch thunlich, wurde auch bei be— deutenden Schmiſſen weiter geſchlagen, der Wille des Paukanten war weſentlich maßgebend); dieſe Kunſt wurde allgemein erſtrebt und ſtand in Blüthe. Für corpsſtudentiſche Augen erſchienen ſolche Kunſtleiſtungen zweier geübter Paukanten als Hochgenuß. Seit neuerer Zeit herrſchen darüber andere Anſchauungen: die Paukanten ſchlagen ſofort gleichzeitig auf einander los, das Pariren iſt verpönt und wird als Feigheit beſtraft, die eigentliche Kunſt des Fechtens iſt verſchwunden. Mit Unwillen be— urtheilen die alten Herren von unſerem und anderen Corps überein— ſtimmend eine derartige Auffaſſung und die modernen Paukereien. An dieſer Stelle haben die alten Herren jetzt das Wort über die und Bethätigung ihrer Zeit:

45/42 927 N.— O. 42/43: 37 P. S.⸗S.

Auffaſſuug

Das Fechten— in Gießen mit verhängter Auslage und mit Schlägern war und iſt eine freie Kunſt(es gab in Gießen akademiſche Fecht⸗ lehrer, früherhin Jean Brutinelle, ſpäter Paul Bruno Bartho⸗ lomay, welchem aber im Hiebfechten einige Studenten„über“ waren, weßhalb er nicht mehr auf der Fechtſcheuer, im Zeughauſe, erſchien). Als

Kunſt wurde es allgemein aufgefaßt. Der Begriff des Fechtens, der Studenten⸗Menſur, ſchließt ein„K

„Holzen“, ein gleichzeitiges Dreinſchlagen

ujeinander wie glülig oder bei

üct aus Angr alSiich oder a duſche, beſonder dledo um freußler— u ſc auf deutſchen cher⸗Angriffs danſt des Angr duſſcen Fechter, knchte, welche ra dod ausmachten Maſchen nachſta hunderten, ſch nöchte ſich zu un Angrifs durch: capitis deminut ganz gleich. Se Elangen an, au ip. 43 in Hie Pnrirens hätte

Paukerei zwe dämn. Der Ern dahtens wieder

Igreiflich du ſchäten, zun Wunt und ſtets dedeinigte.

Von Bedeu danten(„ein Fu und Studium d langen“ bezie ngten, bei, m ridende Schre dautarz f