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Akademische Erinnerungen, kulturgeschichtliche Beiträge und Erörterungen / von Dr. jur. Ernst Klein
Entstehung
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auf einander wie mit Prügeln, aus; à tempo erfolgte regulariter nur zufällig oder bei ungeſchickten Füchſen. Das Gefecht, wie die Paukerei, beſteht aus Angriff und Vertheidigung und ganz einerlei ob auf Hieb, auf Stich oder auf beides zugleich, von Alters her(römiſche Fechterſchulen, deutſche, beſonders in Frankfurt a. M. gegen Ende des 15. Jahrhunderts, in Toledo um 1500; in Jena Anfangs des 17. Jahrhunderts W. Kreußler— und Anfangs unſeres Jahrhunderts— W. Rour) hatte ſich auf deutſchen Hochſchulen die Tradition der Kunſt des Abweiſens eines Fechter⸗Angriffs durch geſchicktes Pariren in gleicher Bedeutung mit der Kunſt des Angriffs erhalten. Selbſtverſtändlich. D deutſchen Fechter, die Hidalgos und Conquiſtratoren, die„frumben“ Lands⸗ knechte, welche raſch mit dem Hieber jederzeit einen Gang auf Leben und Tod ausmachten, welche Alle an Muth und Unerſchrockenheit keinem Menſchen nachſtanden, ſie, ebenſo wie unſere Studenten ſeit Jahr hunderten, ſchlugen, ſtachen und parirten nach Möglichkeit. Wer möchte ſich zu unterfangen wagen aus der Thatſache des Abweiſens eines Angriffs durch Pariren einen Schluß auf geringeren Muth, auf eine capitis deminutio, riskiren zu wollen? Hieb wie Stich iſt im Principe ganz gleich. Sehen wir uns die drei Univerſitäten Jena, Würzburg und Erlangen an, auf welchen(ſeit Kreußler) der Stoßcomment galt( 1842 reſp. 43 in Hiebcomment umgewandelt). Ohne die geübte Kunſt des Parirens hätte es unzählige Unglücksfälle, wahrſcheinlich bei jeder Paukerei zwei Leichen oder ſür den Reſt des Lebens Sieche, ge— geben. Der Erwartung getröſten ſich die alten Herrn, daß die Kunſt des Fechtens wieder einmal zu Ehren kommen wird.

Begreiflich wußten die Corps den Werth eines tüchtigen Schlägers zu ſchätzen, zumal wenn ſich Intelligenz und Schlagfertigkeit auch im Wort und ſtets reger Eifer in Vertretung der Corpsintereſſen damit vereinigte.

Von Bedeutung und geſchätzt waren auch tüchtige, geübte Sekun⸗ danten(„ein Freund wird Dir zur Seite ſtehen“), welche mit Geſchick und Studium des Gegenpaukanten, gefährliche Hiebe thunlichſt„heraus Zufangen“, beziehungsweiſe gegebene Blößen ihrer Paukanten zu decken wußten, bei, mitunter naturgemäß, ſehr ungleichen Beſtimmungen eine mmildernde Schranke. Es geſchah beiderſeits, deshalb kein Unrecht. Als Paukarzt fungirte ein älterer Mediciner— bei uns damals stud. med. Dick, ſpäter unſer ſehr geſchickter Corpsbruder Hermann Welcker(ſetzt

ie römiſchen und

Prof. in Halle), alsdann der frühere tüchtige Chirurg Deginder, an

deſſen Datterich und roſtige Nadeln aber noch Mancher aus Erfahrung denken wird(bei einem ſolchen Anlaſſe richtete bekanntlich einmal eine?