ſeinem poſitiviſtiſchen Standpunkt aus, der ſich nur an das erfahrungs⸗ mäßig Gegebene hält, hat Comte bemerkt:¹) Derſelbe Newton, der ſo gerne die Phyſik vor der Metaphyſik gewarnt hätte, habe ſich doch durch herrſchende Denkgewohnheiten ſo weit bringen laſſen, daß er das Licht als eine ſelbſtändige unabhängig von dem leuchtenden Körper exiſtierende Subſtanz gefaßt hätte, was eine ebenſo metaphyſiſche Vor⸗ ausſetzung wäre, wie die Annahme einer Schwere, die unabhängig von dem ſchweren Körper ihre eigene Exiſtenz hätte.
Sieht man von dieſer Denkgewohnheit, die Wirkung in räum⸗ lichem Zuſammenſein mit der Urſache erblicken zu müſſen ab, dann erſcheint die Fernewirkung ebenſo rätſelhaft und auch ſo begreifbar, wie die Wirkung beim Druck und Stoß. Denn in letzter Inſtanz iſt„aller cauſale Zuſammenhang reines unbegreifbares Faktum. Wie die Urſache es macht, die Wirkung aus ſich hervorzubringen, kann
3 2
niemand ahnen“. ²)
Die Schwerkraft bringt dieſen cauſalen Zuſammenhang, der zwiſchen der Erde und den Maſſen auf derſelben beſteht, zum Ausdruck. Das Gewicht und der freie Fall ſind die hierdurch bewirkten Erſchei⸗ nungen, deren Erforſchung zur Annahme dieſes cauſalen Zuſammen⸗ hangs geführt haben muß. Hierbei zeigt ſich zunächſt, daß das Gewicht, der Druck auf die Unterlage, der Maſſe proportional geſetzt werden muß, was als eine wichtige Thatſache hervorzuheben iſt. Die Maſſen werden ihrer Größe nach zunächſt abgeſchätzt aus der Größe des An⸗ dranges, den ſie bei gleicher Geſchwindigkeit auszuüben imſtande ſind, etwas anderes aber iſt der Druck, den die Maſſe auf ihre Unterlage ausübt. Wie die Schwingungen einer Magnetnadel nicht nur von ihrer Maſſenverteilung abhängen, ſondern noch die beſondere Urſache des Erdmagnetismus vorausſetzen, ebenſo könnte der Druck auf die Unterlage nicht einfach proportional der Maſſe ſein, er wäre dann zu erklären als Folge der Schwerkraft, die dann eine ebenſo ſubſtan⸗ zielle von der Materie verſchiedene Exiſtenz haben müßte, wie der Magnetismus. Daß die Thatſachen ſo liegen, ermöglicht es, die Materie ſelbſt als dieſen Träger zu nehmen und die Schwere als Maſſenattraction zu faſſen.
Die Erfahrung zeigte, daß dieſe Anziehung der Maſſen ihre
¹) Cours de philosophie positive, II. S. 639. 2²) Schuppe, a. a. O. S. 184.


