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Über die Organisation des forstlichen Unterrichts an der Universität Giessen : mit einer geschichtlichen Einleitung / von Dr. Richard Hess, o.ö. Professor der Forstwirschaft an der Grossherzogl. Hessischen Ludewigsuniversität
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Bereich seiner Vorlesungen gehören, mitbenutzt. Als Docent der Hochschule erfreut er sich selbstverständlich ganz der- selben Lehrfreiheit, wie der erste Lehrer, namentlich auch in Bezug auf die von ihm gewählten Lehrfächer und den Zeitraum, binnen dessen der Vortrag derselben stattfindet. Eine diesfallsige Vereinbarung zwischen den jeweiligen beiden Docenten der Forstwissenschaft entspricht aber zu sehr den Interessen des forstlichen Unterrichts und mithin denjenigen der betreffenden Lehrer selbst, als dass sie jemals unterlassen worden würe. Nach dieser Abschweifung vom eigentlichen Thema, welche uns geboten erschien, um die hie und da aufgetauchten, bez. immer noch auftauchenden schiefen Meinungen über die wahre Bedeutung des Ausdruckes: Forstinstitut ein für allemal zu beseitigen, fahren wir in unserer geschichtlichen Darstellung fort. Hundeshagen beschränkte sich nach seiner Enthebung vom Directorium auf seine staats- und forstwissenschaftliche Professur. An die Stelle Carl Heyers trat Oberförster Dr. August von Klipstein zu Giessen. Durch Decret vom 12. November 1831 wurde er zum Lehrer der praktischen Forstwissenschaft an der Landesuniversität ernannt, welche Stelle er bis 1836 bekleidete, indem ihm durch Decret vom 21. October dess. J. die ordentliche Professur der Mineralogie an der Landesuniversität zu Theil wurde. Diese Stelle verwaltete er bis zu seiner Pensionirung(24. Februar 1865). Klauprecht, welcher namentlich durch seine intimen Beziehungen zu Hun- deshagen immerhin im Connexe mit dem forstlichen Unterricht stand, war durch Decret vom 5. Juni 1832 zum ausserordent- lichen Professor für das Forst- und für das staatswirthschaftliche Fach ernannt worden, schied aber schon durch Decret vom 20. November 1834 aus dem hessischen Staatsdienste aus, um einem an ihn ergangenen Rufe an das Polytechnikum nach Karlsruhe Folge zu leisten. In dasselbe Jahr fällt der Tod von Hundeshagen. Am 10. Februar 1834(also im 51. Lebensjahr) entschlief dieser um die Forstwissenschaft so hoch verdiente Mann, dessen zehnjährige akademische Wirksamkeit in Giessen leider durch mit den Jahren immer mehr zunehmende Kränklichkeit und hierdurch gesteigerte Reizbarkeit verbittert worden war.