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ſchließt er die mit Nothwendigkeit ſich ergebende weitere Beſtim⸗ mung in ſich, auch den Profeſſoren die Zahl und Reihenfolge der von ihnen zu leſenden Collegien vorzuſchreiben. In letzte⸗ rer Beziehung wäre nun allerdings ſtatt„Studienplan“ die Be⸗ nennung„Lehrplan“ zu ſetzen; da jedoch ein Studienplan, der nicht zugleich auch Lehrplan wäre, vollſtändig zwecklos ſein würde, ſo bedarf es, wenigſtens bei der vorliegenden Unterſuchung, einer weiteren Unterſcheidung dieſer Benennungen nicht.—
Was nun die Frage über Zweckmäßigkeit oder Unzweckmäßig⸗ keit, über Nothwendigkeit oder Entbehrlichkeit eines Studien⸗ plans*) betrifft, ſo erſcheint derſelbe
als nothwendig den Profeſſoren gegenüber, damit von
ihnen die rechten Vorleſungen auch zu rechter Zeit geleſen werden; und
als heilſam in Beziehung auf die Studirenden, damit ſie vor planloſem und unzweckmäßigem Betreiben ihrer Stu⸗ dien möglichſt behütet werden.
Wollte man es lediglich der Willkür der einzelen Profeſſoren überlaſſen, ob, wann und welche Vorleſungen ſie halten wollen, ſo würde das den nicht nur möglichen, ſondern leider nur zu oft wirklich vorgekommenen Nachtheil haben, daß nur ſolche Collegien geleſen würden, welche gerade der Bequemlichkeit oder der ſpe⸗ ciellen Liebhaberei der Profeſſoren entſprechen, während andere nothwendige und erwünſchte Collegien entweder gar nicht oder zur Unzeit vorgetragen würden. Exempla sunt odiosa, sed in promptu. Als der Verfaſſer dieſer Zeilen ⸗Student war(freilich vor geraumer Zeit, und inzwiſchen wird es ohne Zweifel auch in dieſer Beziehung, wie in Gießen, ſo auch anderwärts beſſer ge— worden ſein), da gab es noch gar manche, ſonſt ganz ehrenwerthe und gelehrte Profeſſoren, die ſich Jahr aus Jahr ein auf das Halten von 2— 3 immer wiederkehrenden Vorleſungen beſchränk⸗ ten, wobei es ſich allerdings auf den einmal bearbeiteten und im
*) Es iſt hier nur von einem Studienplan im Allgemeinen die Rede, ganz abgeſehen von der ſpäter zu berührenden Zweckmäßigkeit ſeiner Einrichtung und Abfaſſung.


