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der bedeutend⸗ glichene Gegen⸗ ris in unſerer nt abzunehmen, begriffen iſt tung der philo⸗ en; denn dieſe hedürfniſſe nach echt, und nach ſeyn des Volkes lugen fallen zu endigen Gegen⸗ vir aufzugeben unkt der gegen⸗ wendige Bilanz dieſer iſt im Zeit entſprechen den der Herme⸗ auellen, füglich nd dies um ſo des Poſitiven die Natur der venigſten etwas ndeter Stand⸗ wahre Wiſſen⸗ ens der Kanzle⸗ ule, ſelbſt im dieſer Mängel die Philoſophi n erhalten ha llative Entwic⸗ den können, ie Jurispruden t weiß/ mach ſſenſchaften gaft der Philo Iftlchen Beſtl
des neuen Gießener Studienplans ꝛc. 225
hungen der Neuzeit auf dieſem Gebiete zur Genüge dargethan worden. Die in tauſendfachen Zügen und Erfahrungen analy⸗ ſirte Natur, die vielen ſchätzbaren einzelnen Entdeckungen, das bunte Gewebe und Gefüge des Lebens war in einem unendlich mannigfaltigen Material aufgehäuft; aber das Leben ſelbſt, das Werden, die Geneſis der Natur ſah man nicht, bis endlich auch dazu der Weg gebahnt, und an eine genetiſche, d. h. ächt philo⸗ ſophiſche Naturwiſſenſchaft Hand angelegt wurde. Und dieſe iſt nicht mehr die phantaſtiſche und willkürliche Naturphiſoſophie der Alten, gegen die der Empiriker ſich mit Achſelzucken verhalten konnte; vielmehr iſt ein derartiges vornehmes Ignoriren philo⸗ ſophiſcher Beſtrebungen, wie überall, ſo auch in dieſem Gebiete, jetzund nur noch lächerlich. Es iſt immer ein Zeichen, daß die bloße Empirie nicht mehr ihre Blößen zu decken vermag, wann ſie die wahre, tüchtige Philoſophie verachtet.
In ähnlicher Weiſe liegen die Mängel der heutigen deut⸗ ſchen Medizin, als Wiſſenſchaft, zu Tage. Wie viel roman⸗ tiſche und fremdartige Vorſtellungen graſſiren auf dieſem Gebiete noch, denen der neuerwachte philoſophiſche Geiſt den Garaus zu machen hat. Die Ernte iſt groß, doch auch hier ſind im neuen Weinberge wenig Arbeiter. Dieſe neuen mediziniſchen Beſtrebungen, ob ſie auch noch ziemlich iſolirt ſtehen, wie es bei jedem Fortſchritte der Fall iſt, ſo lange er noch in den erſten Anfängen ſteht, haben eine wiſſenſchaftliche Anthropologie aufgeſtellt, ſie haben den Menſchen ſelbſt und ſein dieſſeitiges Weſen zur Grundlage und Vorausſetzung genommen, und damit eine Bahn betreten, welche es allein möglich macht, auch hier dem Auslande gegenüber die Ehre der deutſchen Wiſſenſchaft zu retten, was bis jetzt durch die mediziniſchen Fakultäten, bei der unphiloſophiſchen Richtung ihrer meiſten Dozenten, noch nicht möglich war.
Das mediziniſche Studium beſteht faſt aller Orten nur
ſ im Einlernen der vorliegenden, mitgetheilten Erfahrungen und
Thatſachen für's Examen und für den künftigen praktiſchen Beruf. Aber die wahre mediziniſche Wiſſenſchaft iſt eben ſo weit entfernt von geiſtloſer, chaotiſcher Empirie, wie von bodenloſen, willkür⸗ lichen Hypotheſen; denn beides reicht im Leben nicht aus. Nur Konſt. Jahrb. I. 3. 15


