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Kritische Beleuchtung der Prinzipien des neuen Gießener Studienplans, mit besonderer Rücksicht auf die darüber erschienenen Schriften der Herren Schleiermacher und v. Linde / [L. Noack zu Worms]
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218 Kritiſche Beleuchtung der Prinzipien

kollegium iſt, ſind kaum ein halbes Dutzend Studenten, die ſonſt ein hiſtoriſches Kollegium beſuchen. Woher dieſer Mangel am hiſtoriſchen Intereſſe? fragt man. Offenbar zum Theil eben daher, weil nach dieſer ordinären Examentheorie und dem ganzen Brodſtudienweſen der Geſchichte nichts übrig bleibt; zum Theil und ganz beſonders aber daher, weil ſolchen gewöhnlichen Dozenten aus der ſogenannten hiſtoriſchen Schule die Bedingun⸗ gen fehlen, um durch die Auffaſſung und Darſtellung das hiſto⸗ riſche Intereſſe der Studirenden zu wecken, und daſſelbe zu befriedigen. Sie ſtehen meiſt, die hiſtoriſchen Dozenten, noch auf dem blos ſubjektiv verſtändigen Reflexionsſtandpunkt der ſ. g. pragmatiſchen Richtung, welcher doch durch die ganze neue Entwicklung des Geiſtes vollſtändig wiſſenſchaftlich über⸗ wunden iſt; von dem philoſophiſchen Standpunkte, von wahrhaft freier und geiſtdurchdrungener Auffaſſung der Geſchichte haben ſie keine Ahnung. So können auch die hiſtoriſchen Vorleſungen auf der Univerſität wenig oder gar keinen Einfluß auf's Leben haben, ſo müſſen ſie verkümmern und zu Zwangskollegien erhoben werden, damit die Profeſſoren doch etwas zu thun haben. Wie wenig die Gießener Univerſität hier leiſtet, wie wenig ſie den Forderungen ächter Wiſſenſchaftlichkeit und dem Fortſchritte der Zeit zu genügen verſteht, was das Feld der Geſchichte angeht, dies geht auch ſchon aus dem Studienplan hervor, wo von Philoſophie der Geſchichte, von Literärgeſchichte, Kulturgeſchichte, hiſtoriſcher Kritik u. A. keine Rede iſt. Ein guter Dozent in der Geſchichte muß heutzutage Philoſoph ſeyn; einen ſolchen hat Gießen nicht. Wir haben bei Beurtheilnng des Studienplans für die Gymnaſiallehramts⸗Kandidaten noch einmal Veranlaſſung,

den hiſtoriſchen Geſichtspunkt aufzugreifen. Für jetzt ſcheiden wir

von dieſer Verhandlung, um unſere Aufmerkſamkeit und Kritik dem Studienplan für die künftigen Gymnaſiallehrer zu richten. Freilich wird ſich uns auch hier, auf unſerm Stand⸗ punkte und bei den Anforderungen der Zeit, die wir geltend machen zu müſſen glauben, wenig Erfreuliches darbieten; denn ſchon Schleiermacher hat in ſeinen Bemerkungen ſein Haupt⸗

augenmerk auf dieſen Theil des Studienplans gerichtet, und ihn

als einen durchaus verunglückten bezeichnet. Wir ſtimmen dieſem Urtheil, ſo ſtreng es iſt, bei, und gedenken den Vorwurf im

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