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Kritische Beleuchtung der Prinzipien des neuen Gießener Studienplans, mit besonderer Rücksicht auf die darüber erschienenen Schriften der Herren Schleiermacher und v. Linde / [L. Noack zu Worms]
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216 Kritiſche Beleuchtung der Prinzipien

gerade in den erſten Semeſtern mit dem allerwenigſten Nutzen zu hören pflegen. Denn eben erſt der Schule entwachſen, ſind ſie der, gerade in dieſen Vorleſungen ſich vorzugsweiſe kund gebenden höhern Wiſſenſchaftlichkeit und tiefern Auffaſſung philo⸗ ſophiſcher Gegenſtände meiſtens noch allzu fremd; die höhere Reife zu deren tüchtigem Verſtändniß pflegen ſie vielmehr erſt im ſpätern Verlaufe ihrer übrigen Studien zu erhalten. Mancher erkennt ſpäter mit Bedauern, wie wenig er von der im erſten Semeſter gehörten Logik und Pſychologie profitirt hat, und würde ſie gern nochmals hören, wenn nicht entweder die Examenrück⸗ ſicht die Schultern drückte oder pekuniäre Beſchränkung davon abhielte. Denn die theuern Kollegien haben ſchon Manchen gedrückt.

Als eine Beeinträchtigung der Wiſſenſchaft obgleich ſich der Patron des Studienplanes gegen einen ſolchen Vorwurf ſträubt muß es jedenfalls angeſehen werden, daß die philo⸗ ſophiſchen Vorleſungen durchweg in die Vorbereitungszeit für's eigentliche Fach- und Examenſtudium geſchoben, und zum bloßen Beiwerk, gleichſam(wie es bei der alten orthodoxen Theologie die Vernunft war) als die Magd der poſitiven Wiſſenſchaften betrachtet wird, während doch dieſelbe jeder Doktrin recht eigent⸗

lich erſt die Krone der Weihe ertheilt, und erſt in's linnerſte

Heiligthum des wiſſenſchaftlichen Geiſtes und Studiums einer Wiſſenſchaft einführt. Nur eine gänzliche Verkennung der wahren Bedeutung der Philoſophie und ihrer Stellung zum Leben, wie zur wahren Wiſſeenſchaft, konnte zu dieſem Mißgriffe führen, in welchen alle Fakultäten verfielen. In Gießen iſt alſo Niemand, welcher die Ehre der Philoſophie zu retten ſich berufen fühlte und im Stande geweſen wäre! Und doch iſt ſie es, welcher die Ehre beigelegt wird, das Gehirn und Rückenmark aller akade⸗ miſchen Studien zu ſeyn; ſie iſt's auch, welcher noch eine große Zukunft voll reicher, für's Leben fruchtbarer Bildungs⸗ und Reformationskeime, bevorſteht. Aber die Kinder, die am Markt ſitzen und ſingen und pfeifen und tanzen, hören nicht auf die Prophetenſtimmen der Gegenwart, die vorerſt noch aus Einſam⸗ keit und Wüſten ertönen, und deren Evangelium im lebendigen

Garten der Gegenwart noch keine Stätte der Aufnahme gefunden hat.

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