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Kritische Beleuchtung der Prinzipien des neuen Gießener Studienplans, mit besonderer Rücksicht auf die darüber erschienenen Schriften der Herren Schleiermacher und v. Linde / [L. Noack zu Worms]
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de entbehrlich wicklung der ichte voraus⸗ kenntniß der en im ganzen den, daß die der einzelnen ine weſentlich ſch und nach der Dogmen⸗ ann dies auf endigkeit und er Disziplin, ſe nach, die ſtlichen Idee, en Einfachheit dem Zwecke g der gegen⸗ chieden; denn ſenſchaft, ſoll dogmatiſcher Jahrhunderte die Dogmen⸗ ſenige Kritik, gie, Strauß, m Laufe der wahre Kritik ſſchichte muß vendig ergit, usgeben, als ere Semeſter Das aber wie es der ezipli unte⸗ iſt, nut 95 kann. 3 eine ſchöne

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Daß aber die Dogmatik noch, nach altem traditionellem Brauche, in zwei Semeſtern, und dazu noch fünfſtündig, geleſen wird, kann aus einer wiſſenſchaftlichen Nöthigung nicht gerecht⸗ fertigt werden, ſondern mag auf einem pekuniären Intereſſe beruhen, auf eben derſelben Rückſicht, die aus der Homiletik ein mit praktiſchen Uebungen verbundenes Kollegium macht, wodurch das Honorar verdoppelt wird, ohne daß jedoch hierbei mehr als eine einzige Predigteinleitung ausgearbeitet und vorgetragen würde! Es iſt dies faktiſch.

Was Schleiermacher über Symbolik im Studienplan ſagt, hat nur auf einem, bereits wiſſenſchaftlich überwundenen Standpunkte ſeine Richtigkeit. Für die ſpekulative Theologie (und nur dieſe kann in der neuern Wiſſenſchaft gegen die kriti ſchen Beſtrebungen der Zeit ſich noch erhalten) gibt es keine blos vergleichende Symbbolik mehr, die nicht zugleich inſofern eine verſöhnende wäre, als ſie die konfeſſionellen Unter⸗ ſchiede als jezeitige und darum vorübergehende Auffaſſungen der urſprünglich chriſtlichen Ideen nachweist, auf ihren urſprünglichen und weſentlichen, idealen, ewigen Gehalt reduzirt, und ſomit dieſelben als Unterſchiede für das höhere religiöſe Bewußtſetzn aufhebt. Denn wenn auch nicht überall im Leben, ſo iſt es doch in der Wiſſenſchaft dahin gekommen, daß die konfeſſionellen Gegenſätze zur gänzlichen Bedeutungsloſigkeit zuſammen geſchwun⸗ den ſind, weil es ſich nunmehr um ganz andere und wichtigere Gegenſätze und Kämpfe zwiſchen der ganzen Theologie und der modernen Wiſſenſchaft und Bildung handelt, als dieſe Gränz⸗ ſtreitigkeiten. Es wäre eine eitle Furcht, zu wähnen, es werde die alte ſymboliſche Starrheit je wieder einzelne Abnormi⸗ täten und geile Schößlinge abgerechnet allgemein hervortreten. Was einmal durch die Wiſſenſchaft überwunden iſt, das muß auch über kurz oder lang aus der Praxis weichen. Man darf nur den Muth nicht verlieren, noch ſich durch die Verfluchungen der Zeloten irre machen laſſen, ſondern muß mit muthigem Vertrauen auf die ſiegende Gewalt der wahren Wiſſenſchaft fortarbeiten.

So viel von dem Verhältniſſe und den Bedürfniſſen der theologiſchen Wiſſenſchaften zum Studienplan. Leicht könnte man hier das bekannte Votum des Mephiſtopheles anwenden; doch