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Kritische Beleuchtung der Prinzipien des neuen Gießener Studienplans, mit besonderer Rücksicht auf die darüber erschienenen Schriften der Herren Schleiermacher und v. Linde / [L. Noack zu Worms]
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212 Kritiſche Beleuchtung der Prinzipien

als ob beſondere Vorleſungen darüber aus dem Grunde entbehrlich ſeyen, weil in den dogmatiſchen Vorleſungen der Entwicklung der einzelnen Lehren jedesmal eine beſondere Dogmengeſchichte voraus⸗ geſchickt werde, verräth ebenfalls eine offenbare Unkenntniß der Sache und des dermaligen Standes dieſer Disziplinen im ganzen theologiſchen Studienkreis. Man kann ſogar zugeben, daß die dogmatiſchen Vorleſungen ebenfalls eine Geſchichte der einzelnen Dogmen geben, obgleich eine ſolche in dieſem Falle eine weſentlich verſchiedene Haltung hat, als die ſtreng methodiſch und nach dem eigenen Prinzip ſtch fortbewegende Darſtellung der Dogmen⸗ geſchichte, als beſonderer Disziplin; ich ſage, man kann dies auf ſich beruhen laſſen, ohne daß dadurch die Nothwendigkeit und das Bedürfniß der Dogmengeſchichte, als beſonderer Disziplin, wegfiele. Iſt dieſelbe, ihrem Weſen und Begriffe nach, die Geſchichte der Fortbildung und Vollendung der chriſtlichen Idee, die Darlegung ihrer Entfaltung aus der urſprünglichen Einfachheit des bibliſchen Lehrbegriffs, ſo iſt ihre Aufgabe von dem Zwecke der Dogmatik, als der ſyſtematiſchen Darſtellung der gegen⸗ wärtig als chriſtlich geltenden Lehre, weſentlich verſchieden; denn in der Dogmengeſchichte, als einer theologiſchen Wiſſenſchaft, ſoll der Fortſchritt des Glaubens und der Zuſammenhang dogmatiſcher Vorſtellungen, wie ſich derſelbe im Fortgange der Jahrhunderte geſtaltet hat, dargeſtellt werden. Eben darum iſt die Dogmen geſchichte zugleich nothwendig Kritik der Dogmen, diejenige Kritik, die(wie der Jupiter tonans der modernen Theologie, Strauß, im 1. Band ſeiner Glaubenslehre S. X. ſagt) im Laufe der Jahrhunderte ſich objektiv vollzieht; denn eben die wahre Kritik des Dogma iſt ſeine Geſchichte. Die Dogmengeſchichte muß aber, wie ſich aus dieſen kurzen Erörterungen nothwendig ergibt, im theologiſchen Lehrzyklus der Dogmatik vorausgehen, als hiſtoriſch⸗kritiſche Disziplin, ſtatt im Lehrplan in's vierte Semeſter zur zweiten Hälfte der Dogmatik geſetzt zu werden. Das aber ſteht feſt, daß Dogmengeſchichte in einer Form, wie es der Wiſſenſchaft überhaupt und der Stellung dieſer Disziplin unter den übrigen insbeſondere würdig und angemeſſen iſt, nur von einem philoſophiſchen Theologen geleſen werden kann. In Gießen iſt dies nicht der Fall: darum mag das eine ſchöne Vorleſung geben!

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