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Kritische Beleuchtung der Prinzipien des neuen Gießener Studienplans, mit besonderer Rücksicht auf die darüber erschienenen Schriften der Herren Schleiermacher und v. Linde / [L. Noack zu Worms]
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logie zur An⸗ reichen Verſuch

Kritik und en exangelſt⸗ ine Bemerkung eſu iſt bei dem nd dieſer Dis⸗ Bemerkungen nd kirchenhiſto⸗ betrachten. Es runde nicht an mmt, nämlich ſondern vor Vorausſetzung, des Lebens Jeſu ie, deren An⸗ Und je nachden dder freiern ra⸗ aufgefaßt oda auch die gan m noch höhern en. Die neuetl as Leben Jeſt dl für Wiſſen⸗ ignorirt werden. er den wahten d ihre Aufgabe daß das Lebe Kritik anſchließte asketiſch, kan ung des Lebem in einer Ein⸗ lſammenſtellum tlejung die Vel Diszipli blu der hiͤtriſhe wiſt. Ein nam⸗

des neuen Gießener Studienplans ꝛc. 211

hafter ſpekulativer Theolog, der evangeliſche Pfarrer Konradi zu Derxheim in Rheinheſſan, hat in ſeiner Kritik der chriſtlichen Dogmatik S. X. die Worte:Ich wage zu behaupten, daß einer Kritik der Dogmen ſogar eine nothwendige Stelle in dem Zyklus der theologiſchen Wiſſenſchaften zukomme, und daß ſie als weſentliche Bedingung zu einer wiſſenſchaftlichen Dogmatik zwiſchen dieſe und eine Entwicklung des chriſtlichen Bewußtſeyns zu ſtellen ſey. Die Dogmatik ſoll eine ſyſtematiſche Entwicklung der chriſt⸗ lichen Glaubenslehren ſeyn. Sie ſetzt alſo die Wahrheit der Dogmen voraus und darf ſie nicht erſt einer Kriktik unterwerfen. Daher geſchieht es, daß ſie in Ermangelung dieſer entweder auf den urſprünglichen Inhalt der chriſtlichen Lehre in der Schrift zurückgeht und die Dogmen nur als äußere Anknüpfungspunkte an die Kirchenlehre beiſpielen läßt, oder daß ſie die Dogmen ſelbſt in ihrer rohen und unvermittelten Geſtalt aufnimmt und daraus Reſultate zieht, die dem weſentlichen Gehalt derſelben nicht entſprechen. Es wird dann Vieles als chriſtliche Wahrheit feſtgehalten, in's Syſtem verflochten und mit großem Aufwand von Scharfſinn zu rechtfertigen geſucht, was bei vorausgegan⸗ gener Kritik als nicht weſentlich chriſtlich ſich würde erwieſen haben, und ſo der Dogmatik eine vergebliche Mühe erſpart worden ſeyn. Soll ich(ſo ſchließt die Stelle bei Konradi) es alſo näher beſtimmen, wie ich es meine, und das Verhältniß dieſer Kritik kurz angeben, ſo verhält ſich die Kritik der chriſt⸗ lichen Dogmen zur Dogmatik, wie die Kritik der evangeliſchen Geſchichte zu den Dogmen. Daß die Gießener theologiſche Fa⸗ kultät von allen dieſen ſehr weſentlichen Beziehungen Nichts ahnt, hat uns eigene frühere Erfahrung und jetzo wieder der Studien⸗ plan mit ſeinem veralteten Prinzip hinlänglich gelehrt. Nach allem dieſem iſt's übrigens auch begreiflicher Weiſe keineswegs gleichgültig, in welchem Semeſter dieſe Kritik gehört werde. Sie gehört, wenn irgend eine Vorleſung, in's erſte Semeſter: ohne Kritik kann kein Theologie Studirender Etwas anfangen, wenn er nicht ſpäterhin ſich gefallen laſſen will, bei Gelegenheit mit dem Rathe heimgeſandt zu werden, ſich den Bart erſt wachſen zu laſſen und dann wieder zu kommen.

Was Schleiermacher über die Dogmengeſchichte ſagt,

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