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Kritische Beleuchtung der Prinzipien des neuen Gießener Studienplans, mit besonderer Rücksicht auf die darüber erschienenen Schriften der Herren Schleiermacher und v. Linde / [L. Noack zu Worms]
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194 Kritiſche Beleuchtung der Prinzipien

von der Befähigung für die Aemter getrennt, und doch wieder von ächt wiſſenſchaftlichem Geiſt der Kirchen- und Staatsdiener geſprochen. Werde Jemand aus ſolchem Chaos ſich widerſpre⸗ chender und gegenſeitig aufhebender Behauptungen und Meinungen klar, ſo wollen wir gern bei ihm in die Schule gehen. Bis dahin aber ſey uns vergönnt, der beſcheidenen Ueberzeugung zu leben, daß die Menge von Kenntniſſen noch nicht die Wiſſen⸗ ſchaft macht, die eine viel höhere Göttin iſt. Nach der Meinung und dem Geſichtspunkte des Hrn. v. Linde ſteht die Staatsbe⸗ hörde oben an, und ſchaut von ihrem Thronhimmel herab in das Weltgetümmel der Wiſſenſchaft und des Lebens, welches letztere die Staatsbehörde durch ihre Staats⸗ und Kirchendiener, die auf der Univerſität nach dem Lehrplan in der Schule waren, am Seile gehen, ſich bewegen und agiren läßt, je nach ihrer Anſicht und ihrem ſubjektiven Belieben. Der Staat kontrollirt die Wiſſen⸗ ſchaft, die den künftigen Staats- und Kirchendienern bei Leibe nichts lehren darf, was dem Staate nicht in ſein Syſtem taugt. (In Gießen iſt das ohnedem nicht zu befürchten!) Aber von dieſem unwürdigen Standpunkte aus vergißt man ganz, daß die Wiſſenſchaft uichts Stereotypes, Fixes, Fertiges und Stabiles iſt, ſondern in einem beſtändigen, nothwendigen und weſentlichen Fortſchritte begriffen. Unter dem Einfluſſe der fortſchreitenden Wiſſenſchaft muß auch die Staatsbehörde ſtehen, darf ſich von den jezeitigen Reſultaten der Wiſſenſchaft nicht emanzipiren wollen, ſondern muß derſelben recht Gelegenheit geben, auch auf ſie mit der neuen Bildung zu influiren. Der Staat kann der Wiſſen⸗ ſchaft inicht vorſchreiben, wie dieſelbe die Staatsidee zu bilden und zu entwickeln habe, da ja die Staatsbehörde ſelbſt der Wiſſenſchaft unterthan iſt.

Jene von Hrn. v. Linde vertheidigte Anſicht iſt alſo eine gänzliche Umkehrung des einzig natürlichen und vernünftigen Verhältniſſes zwiſchen Wiſſenſchaft und Staat. Die wahre

Wiſſenſchaft iſt von der Auktorität des Staats und von deſſen

ſubjektiven Zwecken, von den Rückſichten der Praxis frei; denn ſie iſt es vielmehr, welche die Aufgabe des Staates ſelber erſt

rationell entwickelt, und die gewonnenen Reſultate dem Staate!!

ſofort überliefert, damit dieſer ſie dann in die Praxis einführe.

Vom Leben und deſſen praktiſchen Beſtrebungen kann die Wiſ⸗

des

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