19² Kritiſche Beleuchtung der Prinzipien
in den Kollegien der Jeſuiten wird die wiſſenſchaftliche Bildung in ganz ähnlicher Weiſe getrieben, nach beſtimmter Vorſchrift geleitet und militäriſch beaufſichtigt. Man könnte aus den Wor⸗ ten„adminiſtrative Geſetzgebung“ eine harte Anklage gegen eine Staatsregierung, als deren Patron Herr v. Linde aufgetreten iſt, deduziren. Der Studienplan ſoll ein Geſetz ſeyn. Seit wann darf eine verwaltende Behörde ſo ex improviso Geſetze geben? Und was für ein Geſetz iſt es? Eine Maßregel geiſtiger Polizei, eine geiſtige Sanitätsverfügung. Und es fehlt nun nur noch, daß ſofort auch ein Studienpolizeidiener fungirt. Nach der An⸗ ſicht des Hrn. v. Linde beſteht zwar das eigenthümliche Sachver⸗ hältniß bei der Stellung der Regierung zur Wiſſenſchaft eben darin, daß jene dieſer offizielle Vorſchriften geben könne, ja müſſe(S. 20. 21). Aber das ändert die obige Anklage nicht; denn dieſe Anſicht von der Wiſſeenſchaft iſt die katholiſch⸗mittel⸗ alterliche, wonach ſich der Staat zur Wiſſenſchaft gerade ſo ver⸗ hält, wie die Hierarchie zur Scholaſtik. Wir werden ſpäter ſehen, daß es dermalen in der Welt nachgerade etwas anders geworden iſt.
Der Sachwalter des Studienplans ſagt S. 17:„der vor⸗ liegende Studienplan ſollte keineswegs aus dem Geſichtspunkte abſoluter Idealität entworfen werden, ſondern für's Erſte nur als das Reſultat eines analitiſchen Aufbau's gelten, um in der Folge auf dem Grunde angemeſſener poſitiver Erfahrungen einen mehr ideell und ſynthetiſch entworfenen Umbau vorzunehmen.“ Abgeſehen davon, daß das Prinzip einer ſolchen Experimen⸗ talpädagogik ebenfalls mehr dem geiſtlichen Rekrutenſyſtem in den Probehäuſern der Geſellſchaft Jeſu, als dem Studien⸗ ideal einer freien proteſtantiſchen universitas literarum ange⸗ meſſen erſcheint: abgeſehen hiervon iſt auch mit einem ſolchen Wiedereinlenken, nachdem einmal der Studienplan als pädago⸗ giſche Regierungsmaßregel in die Welt geſchickt worden, der Fehler der Uebereilung keineswegs wieder gut gemacht. Eben ſo wenig iſt damit irgend etwas Solides erreicht. Soll doch das Ideal immer mehr erreicht werden, ſo wird ein ſolcher Umbau bei dem nie aufhörenden Fortſchritte der Wiſſenſchaft auf dem Grunde eben darum auch niemals beſchloſſener Erfahrungen in Einem fort von Neuem vorgenommen werden müſſen. So
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