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Kritische Beleuchtung der Prinzipien des neuen Gießener Studienplans, mit besonderer Rücksicht auf die darüber erschienenen Schriften der Herren Schleiermacher und v. Linde / [L. Noack zu Worms]
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des neuen Gießener Studienplans ꝛc. 191

lung hat, geht auch aus der Stelle hervor, wo er von Auktori⸗ täten der evangeliſchen Geiſtlichkeit ſpricht, die beim proteſtantiſch⸗ theologiſchen Studienplan noch mitgewirkt hätten. Denn der Prote⸗ ſtantismus, ſeinem Weſen und innerſten Prinzip nach, negirt jed⸗ wede äußere Auktorität, und iſt die autonomiſche Stellung des Geiſtes. Auf des Hrn. v. Linde Standpunkte iſt jenes freilich ganz konſequent; denn daſſelbe äußerliche Auktoritätsrecht macht ſich in dem ganzen offiziellen Plane, mit ſeinen normativen, obligatoriſchen und regulativen Studienvorſchriften, zu denen ſich die Regierung entſchloſſen, geltend. Und ſo erkennt man es ſogleich für das, was es wirklich iſt, wenn Hr. v. Linde ſeinen Leſern deduzirt, mit dem Studienplan habe die Re⸗ gierung im Gebiete der akademiſchen Studien nichts Neues vorgenommen, indem überall die Univerſitäts⸗ und Fakultäts⸗ Statuten mit der Beſtimmung des Zyklus der Vorleſungen in⸗ direkt dieſelbe Maßregel in Anwendung brächte. Freilich beſteht zwiſchen beiden Verhältniſſen durchaus weiter kein Unterſchied, als der ſehr weſentliche und eminente, welchen Hr. v. Linde überſehen hat, daß nämlich in dieſem letzten Falle die Univerſi⸗ täten und Fakultäten in der Sphäre ihrer eignen, freien, korpo⸗ rativen Verfaſſungsrechte und ihrer eignen ſelbſtändigen Geſetz⸗ gebung ſich bewegen, wenn ſie den Zyklus der Vorleſungen be⸗ ſtimmen, während in jenem erſten Falle, wo Aehnliches die Re⸗ gierung feſtſetzt, dieſe als äußere höhere Macht und Auktorität in ein ihrem Kompetenzkreiſe fremdes Gebiet willkürlich über⸗ greift. Und mehr braucht's nicht, um dem geſunden Sinne augenfällig zu machen, daß dies res novae genug ſind. Da⸗ mit, daß der Studienplan als eine der adminiſtrativen Geſetzge⸗ bung(!) angehörende Maßregel bezeichnet wird, iſt wenn anders jene Worte nicht bloße Floskeln ſeyn ſollen ausgeſpro⸗ chen, daß die Wiſſenſchaft und ihr Studium, Dinge, die nur unter dem reinen Aether geiſtiger Freiheit freudig blühen und gedeihen können, in die enge Abgeſchloſſenheit und Begränzung von obenher gezogener Schranken, einer geiſtigen Bevormundung eingezwängt worden ſind! Das iſt für Tertianer, trotz der Ver⸗ ſicherung, daß ſchulmäßiger Zwang nicht in der Intention der Regierung liege. Wen rührt nicht ſolche Gnade? Aber man weiß es zur Genüge; in geiſtlichen Stiftern, Seminarien, wie