190 Kritiſche Beleuchtung der Prinzipien
beruht; daß Aufklärung, Denk⸗ und Geiſtesfreiheit, Lehrfreiheit und jegliches Freiheitsſtreben proteſtantiſch iſt, katholiſch und mittelalterlich dagegen die hohe und höchſte Bevormundung der Wiſſenſchaft und die offizielle Studienpolizei; daß es katholiſch⸗ mittelalterlich iſt, zu glauben, daß man die Wiſſeenſchaft wie einen Amanuenſis kontroliren und reguliren könne; daß es katho⸗ liſch⸗mittelalterlich iſt, die Wiſſenſchaft vom Staats- und Kir⸗ chendienſt, und die Zwecke jener von den Zwecken dieſer zu tren⸗ nen, ja nur von der Möglichkeit zu ſprechen, daß durch den proteſtantiſchen Zweck der Univerſitäten die rein wiſſenſchaftliche Tendenz etwas beeinträchtigt werden könnte. Der Rationalismus mit ſeinen Konſequenzen und ſeiner Fortbildung in der Wiſſen⸗ ſchaft— alſo freilich nicht die Röhr'ſche und Bretſchneider'ſche, ſeligen Andenkens in spe— iſt lediglich die Frucht der Refor⸗ mation und die Inkarnation des Proteſtantismus. Nur der pro⸗ teſtantiſche Geiſt ſteht und lebt im Zentrum der Zeitideen; wo ein deutſcher Staat der wahren Viſſenſchaft eine Stätte berei⸗ tet, da geſchieht es aus ächt proteſtantiſchem Sinn. Denn was heißt auch Wiſſenſchaft anders, als Befreiung von jedweder äußern Auktorität und jeder blos herkömmlichen Tradition, die das Licht der Prüfung nicht verträgt?! Ueberall wo die Wiſſen⸗ ſchaft mehr iſt als eine bloße Phraſe, ſondern Wahrheit gewor⸗ den, geſchah es aus dieſer Quelle. Der proteſtantiſche Geiſt, die Philoſophie iſt jetzt das Herzblut und der Lebensodem der lebenden Menſchen, ihrer Wiſſenſchaft und ihres Lebens; die proteſtantiſche Welt⸗ und Lebensanſicht iſt die herrſchende gewor⸗ den, ihr Gegentheil kann nur mit Mühe ihr verſchwindendes Daſeyn noch eine Zeit lang friſten, bis der neue Gott auch end⸗ lich dieſen alten zerſchlägt. Dem Begriffe nach kann überhaupt der Katholizismus, mit ſeinen Konſequenzen, gar nicht mehr wiſſenſchaftlich gerechtfertigt werden, denn ſein Prinzip iſt längſt überwunden und zur puren Inkonſequenz geworden im praktiſchen Leben. Kurz: der Studienplan iſt katholiſch⸗mittel⸗ alterlich, unproteſtantiſch, unfrei. Hr. v. Linde kann dieſe Aufrichtigkeit nicht übel nehmen, da das Geſagte unſere Ueberzeugung iſt, und da die Kritik nicht Perſonen, ſondern nur die Sache und die Grundſätze ächtet. Daß der Herr Verfaſſer vom wahren Proteſtantismus keinen Begriff und keine Vorſtel⸗
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