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Kritische Beleuchtung der Prinzipien des neuen Gießener Studienplans, mit besonderer Rücksicht auf die darüber erschienenen Schriften der Herren Schleiermacher und v. Linde / [L. Noack zu Worms]
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188 Kritiſche Beleuchtung der Prinzipien

weil die Regierung keine Akademie, auch keine Geſetzgebungs⸗ behörde, ſondern Adminiſtrativbehörde iſt. Darum muß denn auch, von dem obigen Geſichtspunkte aus, verneint werden, daß die Veröffentlichung dieſes Studienplans in der vorliegenden Weiſe eine wohlerwogene Maßregel zu nennen ſey, denn um auf dieß Prädikat Anſpruch machen zu können, fehlt die Bedingung und Grundlage einer vorausgegangenen öffentlichen und allſeitigen Prüfung des Entwurfs durch wiſſenſchaftlich⸗ kompetente Männer. Und weil eben dieß Letztere von einer kon⸗ ſtitutionellen Regierung nicht vernachläſſigt werden durfte, wenn ſie den Forderungen der Zeit auch in formeller Hinſicht genügen wollte, ſo kann der Studienplan in ſeinem ganzen Erſcheinen auch nicht zeitgemäß genannt werden.

Hr. v. Linde freilich hat über das Zeitgemäße des Stu⸗ dienplans weitläufig gehandelt, und ſeine Zweckmäßigkeit durch Gründe und Auktoritäten pädagogiſcher Schriftſteller zu beweiſen geſucht. Es iſt ihm jedoch nicht gelungen. Auktoritäten beweiſen überhaupt nichts, weil im Reiche der Wiſſenſchaft dergleichen nur eine ſubordinirte Bedeutung haben können; ebenſo wenig beweist die Erfahrung, daß an verſchiedenen andern Univerſi⸗ täten ähnliche Regulative beſtänden, Etwas, weil dieß den Irrthum oder Mißgriffe nicht ausſchließt. Der Beweis kann lediglich aus Vernunftgründen geführt werden, und zwar mit Gründen der praktiſchen Vernunft, weil der Gegenſtand ein pädagogiſcher iſt. Was übrigens die von Hrn. v. Linde angeführten Auktoritäten betrifft, ſo ſind's Stimmen von Männern aus den Jahren 1802 1808. Aber bei dem eminenten Fortſchritte, den die Wiſſenſchaft ſeit dieſer Zeit in allen Disziplinen gemacht hat, und bei der zum Theil prinzipiell veränderten Bedeutung der Wiſ⸗ ſenſchaft in unſerer Zeit, können die Meinungen eines Tittmann, Villers, Wachler von gar keinem maßgebenden Belang ſeyn. Die S. S angezogenen Worte Fr. Schleiermachers aber ent⸗ halten keineswegs das Prinzip eines ſolchen Studiensplanes, ſondern mit Feſtſtellung der vollſtändigſten akademiſchen Stu dienfreiheit ſpricht er nur von einer anfangs zu verſchaffenden Ueberſicht über die betreffenden Disziplinen, alſo von der Ency⸗ klopädie und Methodologie der Wiſſenſchaft, womit der Stu⸗ dienplan nicht identifizirt oder verwechſelt werden kann. Dieſe

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aber ſind u ſeiner Fach winrichtung dienplans, Pedantismue Ziele. Betrach Hrn. v. Lin Studienp welche zur; Die erſte A nämlich im ſation der⸗ Auf die im gene Auffe zuſetzenden im Jahre ſey, weil d Einrichtung Verfaſung dieſen Gru unn, daß ſtufrn ha iſt, dieſe halten; je geden, da gefühlt ha ihr lebendi die tiefſte eben nur! mag er nl und wenn unfreiheit dunden h hünge nich dorläufg deiſtäten, de punſ