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Augenentzündungen, die Verwundungen, Quetſchungen des Auges, die Thränenfiſtel, das Geſchwür im inneren Augenwinkel, der Vor⸗ fall des oberen Augenliedes, die Geſchwüre der Hornhaut, u. ſ. w. Als Practicum darf er der Klinik nicht beiwohnen, dazu ſind nur die künftigen Aerzte berechtigt; und als Practiker ſoll er doch dem⸗ nächſt jene Krankheiten behandeln. Von manchen Operationen, die er vielleicht mit großer Leichtigkeit und Geſchicklichkeit vollziehen würde, iſt er für immer ausgeſchloſſen, weil ſie dem Augenarzt, das heißt dem graduirten Arzte reſervirt bleiben, obgleich die Behand⸗ lung mehrerer, die auch in ſeinen Bereich gehören, nach Umſtänden zu den ſchwierigſten gerechnet werden muß. Der Wundaͤrzt beſucht als Auscultant ein Jahr lang die mediciniſche Klinik. Vorſchrifts⸗ mäßig muß nun natürlicher Weiſe ſeine ganze Aufmerkſamkeit darauf gerichtet ſeyn, die Fälle erkennen zu lernen, wo ſeine Nothhülfe Anwendung finden kann, denn mit den übrigen Krankheitszuſtänden hat er ja nichts zu thun. Wie oft ſich ihm nun Gelegenheit dar⸗ bieten mag, ſolche Fälle zu beobachten, wagen wir nicht zu ent⸗ ſcheiden, doch möchte ſie ſchwerlich im Uebermaaß vorhanden ſeyn.“
reihet Herrn Schleiermacher die über die Thierärzte zweiter Klaſſe, über welche er ſo wenig unterrichtet iſt, daß er deren Beſtehen längſt vor dem Erſcheinen des Studienplans nicht kennt und dieſelben erſt durch dieſen Plan hervorgerufen glaubt. Er ſagt:
„Nicht zufrieden mit der Bemühung dieſe unhaltbar gewordene bürgerliche Stellung möglicher Weiſe neu zu beleben, hat der Stu⸗ dienplan eine andere ihr ähnliche neu gebildet, die nämlich der Thierärzte zweiter Klaſſe. Sie beziehen die Univerſität mit gleichen Vorkenntniſſen wie ſie von den Wundärzten verlangt werden, hören dann alle Vorträge mit den Thierärzten erſter Klaſſe gemeinſchaft⸗ lich, mit Ausnahme der gerichtlichen Thierheilkunde, der thierheil⸗ kundigen Polizei, und eines Theils der Hülfswiſſenſchaften; ſie ler⸗ nen nicht reiten, was die Thierärzte erſter Klaſſe erlernen müſſen. In Bezug auf die Thierheilkunde ſelbſt ſind ſie hiernach ganz eben ſo befähigt wie die Thierärzte erſter Klaſſe, und der Einzelne kann, je nachdem er Tact und Talent entwickelt, auch noch befähigter werden als ein der erſten Klaſſe Angehörender. Aber ſte können nie eine Anſtellung im Staatsdienſte als Bezirksthierärzte erhalten,
An die Ausſtellungen über das Inſtitut der Phyſikatschirurgen,


