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Beleuchtung der Bemerkungen eines Grofsh. Hess. Arztes Dr. * über die neue Grofsherzogl. Hess. Prüfungsordnung für Mediciner / Dr. Theod. Ludw. Wilh. Bischoff, Professor der Anatomie und Physiologie
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. 49 lung erfordert eine Zeit von 4 5 Stunden. Diese aufserordentliche Anforderung kann man schwerlich an einen Andern als den Betheiligten machen und keines der übrigen Facultätsmilglieder dürfte Lust dazu haben. Allein noch weit ungereimter wird die Sache bei den klinisch-practischen Prüfungen. Bei der immer beschränkten Zahl der Kranken in unseren Kliniken, müssen die betreffenden Lehrer fast das ganze Semester hindurch die vor- kommenden geeigneten Kranken zur Abhaliung des Examens benutzen, und das Examen selbst erfordert nach der Natur der Sache für jeden Candidaten mehrere Wochen. Die Delegirten der Facultät müſsten daher das ganze Semester hindurch die klinischen Stunden fortwährend besuchen; denn man kann sie auch nicht einmal jedesmal rufen lassen, und Jeder sieht leicht ein, dals hier eine Unmöglichkeit vorliegt.

Es ist aber ebenso leicht einzusehen, dals Niemand we- niger gegen und Niemand mehr für diese Theilnahme anderer Mitglieder der Facultät an diesen sogen. practischen Examinibus seyn kann, als gerade die Examinatoren selbst. Sie müssen doch einmal ihre Zeit darauf verwenden, was kann ihnen daran liegen noch einige Collegen zu Zuhörern zu haben? wem wird es nicht lieb seyn, die Verantwortung auf andere Schultern mit übertragen zu können? Ich würde mich schr über diese Theilnahme einiger anderer Collegen an dem Examen freuen, habe aber bei der diesmal gehaltenen Prüfung dieses Vergnü- gen nicht gehabt. Die vier Mitglieder der Facullät, welche die praclischen Prüfungen halten, könnten offenbar nicht auch noch mit dem Onus einer solchen Delegation belastet werden. Denn wahrlich Jedermann wird wohl fühlen, welche Last diesen Examinatoren durch die neue Prüfungsordnung aufgelegt ist, eine Last wie sie bis jetzat wohl kein anderer Examinator auf der Welt zu tragen hat, und deren freiwillige Uebernahme wahrlich nur durch den besten Willen geleitet seyn kann. Da- her fiele die Aufgabe dieser Assistenz bei diesen Examinibus auf die drei übrigen Facultätsmitglieder, gerade auf diese nach der Ansicht des Hrn. Dr.* schon so sehr Benachtheiligten und ich für mein Theil wollte ihnen diesen Vorzug schon recht gerne gönnen. Decan würde wohl in Zukunft kein Mensch mehr seyn wollen, denn dieser Unglückliche könnte hinfort nur

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