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Erwiederung auf die Bemerkungen des Herrn Geh.-Raths Dr. A. A. E. Schleiermacher über den Studienplan für die Großh.-Hessische Landesuniversität zu Gießen / von Dr. J.T.B.v. Linde, Großh. Hess. Geh. Staatsrath im Ministerium des Innern und der Justiz, Kanzler der Universität zu Gießen, und Director des Oberstudienraths.
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Studienplan für die evangeliſche Theologie Studirenden.

I.

Disciplinen, uͤber welche ſich der geſammte Studienkreis der evangeliſchen Theologie erſtreckt.

1. Theologiſche Encyclopädie; 2. Einleitung in das alte Teſta⸗ ment; 3. Einleitung in das neue Teſtament; 4. Bibliſche Kritik und Hermeneutik; 5. Bibliſche Archäologie; 6. Bibliſche Exegeſe des alten und neuen Teſtamentes; 7. Bibliſche Theologie; 8. Kirchen geſchichte; 9. Chriſtliche Archäplogie; 10. Dogmengeſchichte; 11. Sym⸗ bolik; 12. Vergleichende Symbolik; 13. Dogmatik; 14. Moral; 15. Homiletik; 16. Katechetik; 17. Kirchenrecht; 18. Pädagogik; 19. Paſtoraltheologie mit Liturgik; 20. Exegeſe uüber apokryphiſche Bücher; 21. Patriſtik; 22. Apologetik, und andere durch das Zeit bedürfniß herbeigeführte Vorleſungen. Weiter über 23. Logik; 24. Pſychologie, und 25. nach freier Wahl, über drei Vorleſungen jede von mindeſtens vier Stunden, aus dem Gebiete der Philoſophie im engern Sinne, oder der Geſchichte, der ältern und neuern Sprachen, der Mathematik, Phyſik oder der Naturgeſchichte. Ausgeſchloſſen von dieſen drei Vorleſungen iſt die hebräiſche Grammatik, da deren Kenntniß vorausgeſetzt wird. Dagegen iſt beſonders hervorzuheben, daß Vorleſungen über Geſchichte des Mittelalters und neuern Zeit, ſo wie über die alten claſſiſchen Sprachen im engern Zuſammenhange mit der Theologie ſtehen.

II.

Reihenfolge, in welcher die evangeliſch-theologiſchen Vor⸗ leſungen am zweckmäßigſten gehört werden.

Hinſichtlich der Reihenfolge iſt im Allgemeinen zu beachten, daß die hiſtoriſch⸗exegetiſchen den ſyſtematiſchen, dieſe den ſogenannten practiſchen vorausgehen. Doch werden die exegetiſchen Vorleſungen zweckmäßig über das ganze Triennium vertheilt.

Insbeſondere wird im erſten und zweiten Semeſter Encyclopädie oder Cinleitung in das alte und neue Teſtament, ferner Exegeſe über altes und neues Teſtament, endlich Kirchengeſchichte zu hören ſein.

In das dritte und vierte Semeſter ſind im Allgemeinen, außer der bibliſchen Exegeſe und Einleitung, die Vorleſungen zu verlegen, welche den Schluß der hiſtoriſchen Theologie, wie die Kirchengeſchichte, machen und den Uebergang zur ſyſtematiſchen Theologie bilden. Da⸗ hin gehören Dogmengeſchichte, bibliſche Theologie, vergleichende Symbolik. Endlich iſt jetzt auch mit der Dogmatik, oder mit der Moral zu beginnen.

Im fünften und ſechſten Semeſter wird die bibliſche Exegeſe fortgeſetzt, die Dogmatik gehört und mit der Pädagogik und practiſchen Theologie, namentlich Homiletik, Paſtoraltheologie, Kirchenrecht und Katechetik geſchloſſen.