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Pflicht jede Verſuchung möglichſt zu fliehen und insbeſondere die
Jugend vor jeder Verſuchung möglichſt zu bewahren, in Abrede di geſtellt zu ſein ſcheint. be Judem ich andere ſehr beklagenswerthe Stellen Ihrer Schrift, namentlich die große Irreverenz, welche Sie darin viel⸗ 76 fach gegen die kirchlichen Vorgeſetzten, insbeſondere auch gegen und den apoſtoliſchen Stuhl an den Tag legen, die völlig unbegrün⸗ Be deten Verdächtigungen gegen hochſtehende kirchliche Perſönlich⸗ un keiten, wie gegen S. Eminenz den Herrn Cardinal⸗Erzbiſchof ho von Cöln und die HH. Biſchöfe von Speyer und Straßburg, die ſittliche Verdächtigung längſt Verſtorbener übergehe, fordere w ich Sie auf, über die oben präciſirten Punkte ſich auszuſprechen, ſch namentlich zu erklären, ob Sie bereit ſind, folgende Sätze zu in unterſchreiben. h 1) Ich bekenne, daß die Erziehung des Clerus in Semina⸗ E rien nach Vorſchrift des Concils von Trient weder mit der 3 Moral, noch der„chriſtlichen Freiheit, noch dem Wohle der kirch⸗ A lichen und bürgerlichen Geſellſchaft, noch mit der Würde und t der Beſtimmung des Prieſterſtandes im Widerſpruch ſteht, viel⸗ a mehr eine chriſtliche und heilſame iſt. n
2) Ich bekenne, daß das höchſte Aufſichtsrecht über alle katholiſchen theologiſchen Lehr- und geiſtlichen Erziehungsanſtalten als ſolche bezüglich der Reinheit der Lehre, der religiöſen Dis⸗ V ciplin und des kirchlichen Lebens der lehrenden Kirche, insbeſon⸗. dere den Biſchöfen und in höchſter Inſtanz dem Papſte zuſteht, und daß zwiſchen der kirchlichen Autorität und der wahren Wiſ⸗ ſenſchaft und wiſſenſchaftlichen Freiheit ein Widerſpruch nicht V beſteht.


