Druckschrift 
Geschichte der katholisch-theologischen Facultät zu Gießen : eine allen Theologen Deutschlands gewidmete Denkschrift / von Anton Lutterbeck, Doctor der Philosophie und der kath. Theologie, öffentl. ord. Professor der class. Philologie an der Universität zu Gießen
Entstehung
Seite
27
Einzelbild herunterladen

27

Fürſorge getroffen werden, daß ein beſonderer Fonds zu Frei⸗ tiſchen und Beneficien für die dem katholiſch⸗theologiſchen Fache ſich widmenden Jünglinge errichtet werde.

Urkundlich Unſerer eigenhändigen Unterſchrift und des bei⸗ gedruckten Staatsſiegels.

Darmſtadt am 22. Juni 1830.

(L. S.) Ludwig.

Die erſten Berufungen und die biſchöfliche Beſtätigung des Promotionsrechtes der Facultät.

Da die Facultät mit dem Winterſemeſter 183031 eröff net werden ſollte, ſo waren die erſten Berufungen dazu bereits im Sommer vorher geſchehen; nämlich am 23. Mai 1830. die des Profeſſors Dr. Locherer, am 12. Juni die des Pro⸗ feſſors Dr. Müller, und am 12. Auguſt die des Profeſſors Staudenmaier. Die von ihnen angekündigten Vorleſungen wurden ſofort in das Vorleſungsverzeichniß eingerückt, und am 23. October wurde Locherer vom Gr. Miniſterium mit der vor läufigen Ausübung des Decanates der Facultät beauftragt, ſowie die feierliche Eröffnung der Facultät auf den 27. Novem ber anberaumt. Da es nun paſſend ſchien, daß die Facultät ſo⸗ gleich bei Gelegenheit ihrer Inſtallation von ihrem Promotions⸗ rechte Gebrauch mache und ſie zu ihren erſten Ehrendoctoren den Biſchof Brand von Limburg und den Profeſſor Stauden⸗ maier auserſehen hatte: ſo gab ihr dieſes Gelegenheit, ſich vor her durch ein Schreiben ihres Decans vom 15. November mit dem Biſchof Burg von Mainz in Verbindung zu ſetzen und bei ihm anzufragen, ob für ſie zur Vornahme jenes Actes auch eine höhere kirchliche Bevollmächtigung nothwendig ſei, rückſichtlich den Biſchof zu bitten, ihr dieſe Vollmacht zu ertheilen. Schon am 22. November langte als Antwort darauf eine von dem Biſchof Burg aausgeſtellte lateiniſche Urkunde an, worin derſelbe kraft biſchöflicher Auctorität die Facultät auch kirchlich als zu