4= §. z.
Falls aber die Statuten nichts gewiſſes beſagen, auch keine Obſer⸗ vanz vorhanden iſt, ſo entſtehet die ſehr ſtreitige Frage: ob nach denen ge⸗ meinen Rechten, denen Univerſitaͤren die Gerichtsbarkeit in reaſibus zu⸗ ſtehe? 8. 8—.
. 3. 4
Die Meinungen derer Rechtsgelehrten ſind bey dieſer Ftage nicht ei⸗ nerley, und ſie theilen ſich in drey Claſſen.
§. 4.
Die erſte Meinung gehet dahin: daß denen Univerſitaͤten die Gerichts⸗ barkeit in allen Klagen, ſo wohl perſoͤnlichen als dinglichen, welche gegen akademiſche Buͤrger und Univerſitatsverwandte, es ſey in poſſeſſorio oder
etitorio, erhoben werden, privative, d. i. ſolchergeſtalt zuſtehe, daß der judex ordinarius loci, in quo res ſita elt, ſich der Gerichtsbarkeit auzu⸗ maſſen gar nicht befugt, ſondern incompetens iudex ſey. Den Grund dieſer Meinung ſetzet man hauptſaͤchlich in folgenden Worten der bekannten auth habita C. ne filius pro patre- Veruntamen(i litem eis quispiam fuper aliquo negotio movere voluerit,—- conveniat. Qui vero ad alum iudicem eos trahere tentaverit, etiamſi cauſſa iuſtiſſima fuerit, a tali conamine cadat. Sintemal die Worte ſuper aliquo negotio ſo viel bedeuten als ſuper quolibet negotio. Es hat auch dieſe erſte Meinung Dr. Andreas Sartorius, vormaliger Profeſſor iuris zu Franckfurt an der Oder in einem, von der daſigen Juriſten Facultaͤt approbirten Oonſilio, welches ſich bey denen Conſillis& reſponlis lo. Brunnemanni in ap- pendice befindet, ſehr weitlaͤuftig und heſtig vertheidigt, weniger nicht hat der beruͤhmte Erfurtiſche und nachmaliger Goͤttingiſcher RechtsLehrer To⸗ bias Jacob Reinharth in der zu Erfurt im Jahr 1732. gehaltenen diſfertation de duarum vel plurium iurisdictionum in vna eademque cauſſa conflictu§. 23. 29. derſelben, unter Anfuͤhrung vieler Grunden, beygepflichtet. Uebrigens iſt es offenbahr, daß die obenangefuͤhrte auth. habita in denen ſtatutis academiarum namentlich pflegt beſtaͤtigt zu ſeyn, und man ſich alſo auf dieſe auth. mit rechtlichem Grunde be⸗ ziehen kan.
§. 5.
——


